Swiss Golf Clubs mit Gründungsjahr

Alle 100 Anlagen von Swiss Golf alphabetisch und detailliert im PDF-Format
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- Tabellen 100-Golfanlagen (20 MB)




Christoph Meister mit einer Einführung von Martin Hodler
Übersicht
Die nachfolgenden Angaben entsprechen mit grosser Wahrscheinlichkeit den Tatsachen. In Bad Ragaz, Basel, Genf und offenbar auch in Thun wurden jeweils nacheinander zwei Plätze geschlossen.
Einleitende Bemerkungen
Diese Zusammenstellung entspricht dem aktuellen Stand der durchgeführten Recherchen (2024) und bietet keine Gewähr auf Vollständigkeit.
Die Plätze von A bis Z
Im Jahr 1904 gab es der Überlieferung nach in Axenfels bei Brunnen die erste Initiative, einen Golfplatz anzulegen. Der 9-Loch-Platz war 2.200 Yards lang und wurde erstmals im Golfer's Handbook von 1908 und im Golfing Annual 1909-10 erwähnt. Bestätigt ist damit die Existenz des Golfplatzes zumindest ab 1907, so schreibt u.a. The London Evening Standard vom 11. Juni 1908: «Im Palace Hotel sind alle Besucher, mit sehr wenigen Ausnahmen, Engländer, [...] Der im letzten Jahr angelegte Golfplatz hat die Attraktivität des Hotels erheblich gesteigert.» Wie häufig in der Schweiz, handelt es sich hier also um einen Hotelplatz bzw. einem solchen, der von Hoteliers initiiert wurde. Das Jahrbuch des Deutschen Golf Verbandes von 1926 gibt für Axenfels das Gründungsdatum 1906 an.
Am 10. September 1909 berichtete Golf Illustrated (UK), dass der Axenfels Golf Club gerade das Komitee für 1910 gewählt hat, welches aus den Herren William Ward (1. Vorsitzender und Captain), Herbert S. March (Ehrensekretär des Lucerne Golf Club sowie des Schweizerischen Golfverbandes, P. Schnack, Emil Cramer und Dr. E.F. Eliot (Ehrensekretär) besteht. Herr Richard Winch vom Royal Blackheath Golf Club in London fungiert als 2. Vorsitzender.
Ferner wurde berichtet, dass am Platz noch vor dem Frühjahr 1910 Veränderungen und Verbesserungen vorgenommen werden sollen. Ein hübsches Clubhaus, mit Umkleiden für Damen und Herren ebenso wie ein 10-Loch Puttinggrün soll angelegt werden. Die Grüns werden neu eingesät, so dass die Gäste im Jahr 1910 einen sehr zufriedenstellenden Golfplatz vorfinden werden. Last but not least wird mitgeteilt, dass ein Regelbuch verlegt wurde, welches beim Ehrensekretär des Axenfels Golf Club angefordert werden kann.
Der erste Pro war wohl G. Roberts. Am Freitag, den 30. August 1912, wurde in Axenfels ein Golfturnier für ein vom Schweizerischen und Mitteleuropäischen Golfverband organisiertes Golfturnier für Professionals ausgetragen. W. Freemantle, St. Moritz, gewann mit 131 Schlägen vor B. Calloway, Maloja, 133 Schlägen und Carter, Zürich, mit 134 Schlägen als Dritter.
In Nisbet's Golf Year Book von 1912 hiess es: «Der Platz liegt 3 Minuten vom Palace Hotel in Brunnen entfernt, zwischen dem See und dem Dorf Morschach mit schöner Aussicht auf See und Berge. Natürliche Hindernisse, gute Grasnarbe und Grüns».
Der Golfplatz befand sich oberhalb des Ufers des Vierwaldstättersees und war im Besitz des Palace Hotels.
Der Platz war während des 1. Weltkrieges geschlossen, wurde aber nach dem Krieg wiedereröffnet. H. Nelson-Gay, ein Amerikaner, der die meiste Zeit in Rom verbrachte, war Clubpräsident. Der Club war dreimaliger Gewinner der Trophäe des Schweizerischen Golfverbandes. 1925 und 1926 war Arthur Padley, der aus Barton-on-Sea stammte, der Golfprofessional in Axenfels.
Im Juli 1927 berichtete der Surrey Advertiser, dass Herr George West, Captain des West Byfleet Golf Club in England, am 7. Juli die Ehre hatte, nach einem äusserst spannenden Finish den Nr. 2 Pokal zu gewinnen, nachdem er einige aussergewöhnlich lange Putts eingelocht hatte. Nahe dem letzten Loch wurde er in einer Art «Axenfels Cocktail» gebunkert. Weiter wird berichtet, das Axenfels einer der schönsten Stellen der Schweiz ist und, 2000 Fuss hoch gelegen, durch eine niedliche kleine Bahn mit der St. Gotthardlinie verbunden ist. Umgeben von schneebedeckten Gipfeln, die sich majestätisch über dem azurblauen Wasser des Vierwaldstädter Sees erheben.
Als bekannteste Hotel-Zahnradbahn gilt die 1905 eröffnete Linie von Brunnen über Morschach nach Axenstein. Nach langem Hin und Her um das Bahnsystem und die Linienführung entstand eine Zahnradbahn, die am Dorfrand von Brunnen beim Grand Hotel begann und nach 2,5 Kilometer Bergfahrt beim Grand Hotel Axenstein endete; bei der Zwischenstation Moschach in der grossen Kurve des Bahntrassees lag das Hotel Axenfels. Mit dessen Abbruch nach dem Zweiten Weltkrieg erlitt der fast vollständig auf den Hotel-Zubringerdienst ausgerichtete Betrieb grosse Einbussen. Die Schliessung des Hotel Axenstein im Herbst 1964 versetzte der Bahn schliesslich den Todesstoss. Im Frühjahr 1969 wurde der Betrieb eingestellt und die Anlagen abgebrochen.
Im Jahre 1925 trat der Golf Club Axenstein dem Schweizerischen Golfverband bei.
Herr Hürbin, der Wirt, dem auch das nahe gelegene Hotel gehörte, war der Initiator. Das französische Le Golf berichtete, dass Herr Hürbin leider nicht viel von dem Spiel versteht. Der Platz wurde zunächst als 18-Loch-Platz registriert, dann aber auf 11 Löcher reduziert, nachdem sich einige Gäste beschwert hatten. Der französische Golfarchitekt Noskowski stellte einmal fest, dass das Gelände nur für 5, nicht aber für 11 Löcher ausreichend sei.
1928 vermeldete das Golfer's Handbook eine Mitgliederzahl von 59, Ehrensekretär sei Lt. Col. H W Fairholme, Professional und Greenkeeper, P G Shoesmith. Der Platz verfügt über 11 Löcher und das Greenfee beträgt 5 Franken pro Tag.
Der Platz war durchweg in einem schlechten Zustand und wurde 1932 aus dem Schweizerischen Golfverband ausgeschlossen. In den nachfolgenden Jahren 1933 bis 1937 beschrieb das Golfer's Handbook 1933 bis 1937 jeweils einen sportlichen 9-Loch-Platz, 2.400 Fuss über dem Meeresspiegel; 15 Minuten vom Bahnhof Brunnen entfernt. Besucher 3 Franken pro Tag. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkriegs wurde der Platz geschlossen.
Seit 2008 (Jahr des Beitritts zur ASG) gibt es in den Hügeln nördlich von Morschach wieder einen Golfplatz mit dem Namen Axenstein Golf Club.
Es gibt Hinweise, dass in Ragaz bereits in den 1890er Jahren Golf gespielt wurde. Zunächst wurde offenbar ausserhalb des Dorfes Richtung Mastrils, im Gebiet Fluppi, ein eher einfacher Golfplatz angelegt, gleich gegenüber dem «Paradiesli», das vor allem von Engländern besucht wurde, die dort einige Tage verbrachten, um sich auf der Durchreise ins Engadin an das Schweizer Klima zu gewöhnen.
Der erste «richtige» Golfplatz wurde in der Gegend von Heulöser am Rheinufer angelegt. Die Bauarbeiten begannen im April 1904. Am 24. Juni 1904 schliesslich berichtete Golf Illustrated (U.K.) wie folgt:
«Seit einigen Jahren ist Golf in Ragaz im Frühling und Herbst ein beliebter Zeitvertreib, aber der alte Platz lag über Wiesen, wo im Sommer das lange Gras das Spielen unmöglich machte; und man war der Meinung, dass, wenn das Spiel wirklich eine solide Ergänzung zu den Ressourcen des Ortes sein sollte, Links, die das ganze Jahr über benutzt werden könnten, absolut notwendig seien.»
Nach beträchtlichen Schwierigkeiten mit den Landbesitzern und in Anbetracht eines hohen Pachtzinses wurde eine herrliche Landschaft von den Herren Simon, die viel Grundbesitz in Ragaz besitzen, gesichert und am 12. April (1904) wurde der Golfplatz offiziell eröffnet und mit einem charmanten Mittagessen im Freien eingeweiht. Diejenigen, die unter den englischen Spielern am besten qualifiziert waren, die Sache zu beurteilen, erklärten, dass es sich um einen sehr guten Platz handele - in der Tat «verspricht er, der schönste Neun-Loch-Binnenplatz in Europa zu sein», war die bewusste Meinung eines Golfers nach seiner ersten Runde, und auch die eines Spielers, der die meisten britischen und kontinentalen Links ausprobiert hatte.
Wenig verwunderlich gab es im Jahr der Eröffnung noch einige Dinge zu tun, da die Grüns noch weiter gepflegt werden müssen und berichtet wurde, dass demnächst ein Pavillon errichtet wird und ein Professional angestellt werden wird.
Vergleicht man die Pläne von 1905 und 1928, so erkennt man, dass Änderungen am Layout vorgenommen wurden. Das Clubhaus wurde erweitert, befand sich aber auch in den 1920er und 1930er Jahren immer noch an der gleichen Stelle.
Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde der Golfplatz Heulöser Opfer der sogenannten «Anbauschlacht Wahlen», bei der Tausende von Hektar Land in landwirtschaftliche Nutzflächen umgewandelt wurden. Im Mai 1942 wurde bekannt, dass 60 Arbeiter der Brauerei Hürlimann in fieberhafter Arbeit während drei Monaten den ehemaligen Golfplatz in Ragaz in landwirtschaftliche Nutzfläche umwandelten. Wo einst übergewichtige Yankees ihren Lieblingssport ausübten, herrschte nun der Pflug. Hügel wurden abgetragen, Gräben aufgeschüttet und Mais, Gerste und Kartoffeln wurden geerntet. Die Arbeiter waren in zwei Kasernen und dem umgebauten Clubhaus untergebracht.
Unmittelbar nach dem Krieg wurde dem Golfsport keine Priorität eingeräumt, und es dauerte bis zum 17. Januar 1956, bis erneut ein Golfclub gegründet und ein Golfplatz am heutigen Standort des Golfclub Bad Ragaz gebaut wurde. Dieser 9-Loch-Platz wurde am 18. Mai 1958 offiziell eröffnet und ist inklusive diverser Erweiterungen und Umbauten heute noch in Betrieb.
Der Golf Club Basel wurde 1926 gegründet und bespielte zwei Plätze, bevor er an seinen heutigen Standort umzog. Unmittelbar nach Clubgründung wurde mit dem Bau eines 9-Loch-Golfplatzes an der Rue de la Fontaine in St. Louis, Elsass, begonnen. Auch ein kleines, aber gemütliches Clubhaus wurde gebaut und der Platz 1927 mit einem Scratch Score von 37 eröffnet.
Ebenso wie der heutige, dritte Platz des Clubs, befand sich dieser erste Golfplatz auf französischem Boden in St. Louis, und zwar direkt vor den Toren der Stadt. Seit seiner Gründung 1926 war der Golf Club Basel, wie er damals hiess, Mitglied im Schweizerischen Golfverband.
Der Bau des Platzes in St. Louis wurde vom englischen Golfprofessional Arthur W. Tingley aus Croydon beaufsichtigt, der mehr als 50 Jahre lang im Golf Club Basel (heute Basel Golf & Country Club) tätig war. Bereits am 17. August 1932 stellte Arthur W. Tingley mit 69 Schlägen einen bemerkenswerten Platzrekord auf. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde der Platz geschlossen und umgepflügt. Die Grenze zur Schweiz wurde mit Stacheldraht abgeriegelt.
Nach dem Krieg machte sich Arthur W. Tingley sofort an die Arbeit, um den Golfsport in Basel wieder zu beleben. Im Mai 1947 wurde der Platz in St. Louis mit 9 Löchern wieder eröffnet. Leider befand sich das Clubhaus, das von den örtlichen Schäfern genutzt wurde, in einem sehr schlechten Zustand. Der Club machte sich daher auf die Suche nach einem neuen geeigneten Gelände und fand dies bei der Lörzbachmühle in Allschwil, Kanton Basel-Stadt.
Der neue Golfplatz wurde von Arthur W. Tingley in Personalunion entworfen, gebaut und 1949 eröffnet. Dieser Platz existierte bis 1967, wobei erst 1965 eine Driving Range gebaut wurde.
Die Platzrekorde lauteten: Amateur, O. F. Dillier 32; Profi, R. Tingley 30. Die neun Löcher waren 2380 Yards lang und hatten ein SSS von 34. Der Club zählte 170 Mitglieder. Die Gebühren für Besucher betrugen 7 Franken pro Tag. Der Bahnhof von Basel war mit dem Tram in 20 Minuten zu erreichen.
In den frühen 1960er Jahren waren A. W. Tingley und sein Sohn R. Tingley als Golflehrer tätig. Der Club zählte 190 Mitglieder (250 ab 1963). Der Platz (neun Löcher) hatte eine Gesamtlänge von 4795 Yards und einen SSS von 65. Die Gebühren für Besucher betrugen 8 Franken pro Tag, 12 Franken am Wochenende.
Bereits 1957 wurde die Initiative ergriffen, um Land für einen neuen 18-Loch-Meisterschaftsgolfplatz zu finden. 1964 wurde der heutige Golfplatz des Basel Golf & Country Club (der bis 1962 Golf Club Basel hiess) nach Plänen des deutschen Architekten Bernhard von Limburger in Hagenthal im benachbarten Elsass (Frankreich) entworfen. Der heutige Platz liegt vollständig auf französischem Territorium und ist nur etwa einen Kilometer vom ehemaligen Platz an der Lörzbachmühle/Schönenbuch BL entfernt, der direkt an der französischen Grenze lag.
Um 1934 begann man auf den Hügeln des Gurten mit dem Bau eines 9-Loch-Golfplatzes, der 1936 fertiggestellt wurde und die Handschrift Donald Harradines trug. Harradine war in Bern gleichzeitig Golfplatzarchitekt, Golflehrer und Head Greenkeeper. 1937 zählte der Golf Club Bern bereits 150 Mitglieder.
Der 9-Loch-Platz hatte einen Standard von 34 sowie ein Par von 32 (jeweils für 9 Löcher). Für 1938 und 1939 wird die Zahl der Mitglieder jeweils mit 100 angegeben, E. Kernen wird 1939 im schottischen Golfer’s Handbook als Clubsekretär geführt.
Der Platz des Golfclubs Bern liegt in einer wunderschönen Umgebung. Die Bilder oben zeigen den ehemaligen Golfplatz inmitten der herrlichen Landschaft und den Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Golfplatz auf dem Gurten so wie viele andere Golfplätze in der Schweiz auch landwirtschaftlich genutzt, nun hiess es also «Kartoffeln statt Golf»:
Barbara Harradine, die von 1944 bis zum Frühjahr 1948 auf dem Gurten lebte, erinnerte sich (2008): «Auf den drei schönsten Löchern des Platzes mit toller Aussicht auf die Alpen wurde nun Getreide angebaut, auf weiteren Flächen wurden Kartoffeln gesetzt, mit denen das Bellevue Hotel beliefert wurde. Als einige Mitglieder dies mitbekamen, begann eine wahre Anbauschlacht und sogar die Mitglieder des Golf Club Bern begannen, selbst Kartoffeln auf dem Gurten zu ernten.»
Zu dieser Zeit waren auf dem Gurten lediglich 6 Löcher in Betrieb, ein kurzes, aber schlechtes Par 3 wurde in den Kriegsjahren noch eingefügt, um die Golfspieler zurück zum Clubhaus zu führen – dieses Loch wurde nach Kriegsende wieder aufgelassen, nachdem man die drei zuvor der Landwirtschaft zugeführten Spielbahnen reaktiviert hatte. Das erste und das siebte Loch wurden während der Kriegsjahre zweimal gespielt, um auf eine Halbrunde von 9 Loch zu kommen.
«Das Benzin war stark rationiert und nur gelegentlich bekamen wir ein Kontingent von der britischen Botschaft in Bern, dort arbeitete mein Mann während der Kriegsjahre, für unseren Traktor – während des Krieges wurde daher der komplette Platz mit Greenmähern handgemäht, die 4-5 Platzarbeiter liefen dabei etwas versetzt nebeneinanderher, um die Spielbahnen zu mähen, das sah sehr witzig aus», wie Barbara Harradine im Jahr 2008 erzählte.
Nach dem Weltkrieg ging es auf dem Gurten weiter mit Golf, die Mitgliedszahl war 1947 allerdings auf 80 gesunken. Clubsekretär war nun Peter Kehrli (Fa. Kehrli & Oeler), der gleichzeitig Vorsitzender des Schweizer Reisebüro-Verbandes war. Die Gebühren für Besucher betrugen 5 Franken pro Tag und 20 Franken pro Woche.
1955 kündigte die Stadt Bern den Pachtvertrag auf Ende 1958. Gleichzeitig machte die steigende Zahl der Golfer auf dem Gurten die Suche nach einem neuen Golfplatz unumgänglich. Im Oktober 1958 berichtet die Zeitschrift Golf über die letztmalig auf dem Gurten ausgetragene Clubmeisterschaft, bei der «die braven italienischen Greenkeepers» den Platz wiederum in sehr guten Zustand gebracht hatten. Walter Bossi und Nelly Geelhaar siegten und gingen so als letzte Clubmeister vom Gurten in die Annalen der Golfgeschichte Berns ein. In der letzten Ausgabe von Golf im Jahre 1958 wird berichtet, dass der Abschied vom alten Platz weh tut. «Auch vom Clubhaus nahm man offiziell Abschied, indem ein sehr gelungenes, fröhliches und intimes Fest organisiert wurde. Man war allgemein der Meinung, es sei schade, dass man so spät auf diese Idee gekommen sei … wir sind nun einmal Berner!»
Die Cluboffiziellen hatten sich bereits Mitte der 1950er Jahre auf die Suche nach einem neuen Standort für den Golfplatz gemacht.
Dieser wurde schliesslich in Blumisberg in der Nähe von Wünnewil gefunden, wo 1959 der von Bernhard von Limburger entworfene 18-Loch-Platz unter dem Namen Golf & Country Club Blumisberg in Betrieb genommen wurde.
Heute wird der Platz auf dem Gurten immer noch als Golfplatz genutzt, allerdings als Disc Golf Anlage!
Der Grundstein des heute nicht mehr existierenden Davos Golf Club (heutiger Name: Golf Club Davos) wurde eigentlich bereits Ende des 19. Jahrhunderts gelegt.
Der Erste, der in Davos während des Kuraufenthalts seiner Frau Golf spielte, soll ausgerechnet der berühmte Sir Arthur Conan Doyle (1852 – 1930), der geistige Vater von Sherlock Holmes, gewesen sein.
Da es zu jener Zeit in Davos noch keine Golfinfrastruktur gab, musste er sich seinen Platz «auf den Böden», neben dem Kurhaus, selbst herrichten. Er versuchte das Golfspiel in Davos einzuführen, was ihm aber mangels interessierter Personen nicht gelang. In seiner Erzählung («Memories and Adventures») hätten zudem die Kühe die merkwürdige Angewohnheit gehabt seine roten Flaggen aufzufressen.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts spielten die Engländer vor dem Hotel Belvédère (später Steigenberger Belvédère) Tennis und in der Nähe Cricket. Nicht verwunderlich, dass sie sich, einer Golfnation angehörend, fragten, «why can we get no golf here?» The Davos Courier, das damalige Blatt für englische Gäste, berichtet in seiner Ausgabe vom 21. September 1900 ganz begeistert, dass sich fünf Davoser Hotels zusammengetan hätten, um einen «golf course» anzulegen. Eine Woche später heisst es, die Sache sei perfekt und man könne bereits «eight holes» spielen.
Von der Entstehung eines Davoser Golfplatzes war dann erst wieder im Sommer 1906 die Rede. Dreimal berichtete The Davos Courier, dass nach der Heuernte ein Platz «auf den Böden» eröffnet werden soll und sogar Golfunterricht durch einen kompetenten Pro vorgesehen sei. Ob es je so weit gekommen ist, weiss man nicht. Jedenfalls war das Golfspiel in den Davoser Blättern und im The Davos Courier für mehrere Jahre kein Thema mehr.
Erst 20 Jahre später, im Jahr 1927, wurden zwei Initianten beim Kurverein vorstellig und regten an, zum Aufschwung des Kurbetriebes einen Golfplatz zu errichten. Im Spätsommer 1927 entstand unter Anleitung des Bad Ragazer Pros A.C. Hockey ein Gartengolf mit 9 Löchern, alle mit einer Länge von 54 bis 78 Yards.
1929 nahmen zwei Engländer erneut einen Anlauf, um das Golfspiel populärer zu machen. Sie beschlossen, einen Golf Club zu gründen und die bestehende Anlage längerfristig zu erweitern. Am 14. Juni 1929 erhoben sie den Davos Golf Club aus der Taufe. Der Club wurde 15. Mitglied der ASG.
1931 konnte die Wiese vor dem Hotel «Angleterre» zugemietet werden. Durch die Vergrösserung der Anlage wurde das Golfspiel um einiges attraktiver. Drei längere Löcher kamen dazu: 250, 230 und 140 Yards. Der Platz wies nun eine Länge von 1400 Yards auf.
1937 zählte der Club 50 Mitglieder.
1941 blieb das Golfgelände von der «Anbauschlacht Wahlen» des 2. Weltkrieges verschont. Es wurde auf die touristische Anziehungskraft für Hotelgäste hingewiesen. Zudem eignete sich das Gelände wegen des steinigen Untergrundes nicht für den Ackerbau.
Nach dem 2. Weltkrieg begannen vermehrt Einheimische mit dem Golfspiel. In der Saison 1954 kam der europäische Spitzengolfer Roger Cotton als Golflehrer nach Davos. Er war unter anderem der Coach der Schweizer Juniorennationalmannschaft, die im Jahr 1972 in Eindhoven Team-Europameister wurde.
Ende der 1950er Jahre schliesslich konnte in der Nähe des Flugplatzes, des Waldhauses und der «Matta» ein Gelände für eine grössere Golfanlage (mit Ausbaumöglichkeit auf 18 Loch) gefunden werden. Dies führte dazu, dass die Saison 1961 die letzte war, während der auf dem alten Kurhausgelände Golf gespielt wurde.
Der Golfclub von Engelberg, der 1923 dem Schweizerischen Golfverband beitrat, war nur von kurzer Dauer. Er lag auf der Gerschnialp beim Café Ritz.
Aus The Bystander Mittwoch, 29. August 1923: «Eine interessante Nachricht erreicht uns aus Engelberg, dem beliebten Zentralschweizer Ferienort. Soeben wurde ein neuer Golfplatz eröffnet, der eine weitere Attraktion neben Curling, Eishockey, Skifahren und Schlitteln darstellt, für die dieser Ferienort zu Recht berühmt ist.»
Im Jahr 1926 berichtete Le Golf über «einen sehr schönen Platz, der allerdings mehr Aufmerksamkeit benötigt». Bereits um 1929 wurde der Platz wieder aufgelassen (aufgegeben?), und obwohl es Pläne gab, den Platz 1932 wieder zu eröffnen, mussten die Engelberger Golfer bis 1998 auf die Eröffnung eines neuen Golfplatzes mit dem Namen Golfclub Engelberg-Titlis warten.
Der Golfclub in Flims-Waldhaus trat 1920 dem Schweizerischen Golfverband bei.
Der Platz war recht kurz, mit nur 1371 m für 9 Löcher. Die Grüns waren sehr klein. Bei einem Besuch in Flims entdeckte der französische Golfarchitekt Noskowski ein Grün, das nur 16 m² groß war, obwohl der Golfer es aus einer Entfernung von etwa 140 m anspielen musste.
Die Rekorde auf dem Platz lauteten: Amateure: J. Junker 57; Profis: D. Jardini 54. Der Neun-Loch-Platz hatte einen SSS von 66 (zweimal gespielt). Der Platz war 15 Minuten vom Bahnhof Flims entfernt. Die Gebühren für Besucher betrugen 4 Franken pro Tag und 15 Franken pro Woche.
Der Platz wurde 1948 geschlossen. Der Grund ist nicht bekannt.
Aus dem britischen Golfing Annual 1900-1901 geht hervor das der Geneva Golf Club 1898 gegründet wurde und im Parc-des-Sports in Charmilles über einen 9-Loch-Platz verfügte. Der Überlieferung nach wurde der Golfclub in Charmilles unter dem Vorsitz eines gewissen Herrn Colgate aus der bekannten Konsumgüter-Industriedynastie gegründet. Der Platz bestand ziemlich genau 10 Jahre lang.
Im Dezember 1899 berichtete das britische Golf Illustrated, dass der Genfer Golfplatz mindestens genauso gut sei wie der in Biarritz. Der Platz stehe unter der Obhut des Professionals Covington, der den Platz auch ausgelegt hat und als Pro ortsansässig ist. «Der Boden ist exzellent, es gibt gute Bunker und ein den Platz durchquerendes Flüsschen dient als sportliches Hindernis.»
1902 schrieb Golf Illustrated, dass die Société du Parc de Sport, obgleich unabhängig und eigenständig, eine Niederlassung der Société des Intérêts de Genève ist, deren Aufgabe darin besteht, ihren Mitgliedern Sportmöglichkeiten, insbesondere Golf und Reitsport, zur Verfügung zu stellen. Die Länge des sehr sportlichen Platzes betrug 2500 yards (= 2286m), verfügte über grosse und ondulierte Grüns, die sich stets in einem gut gepflegtem Zustand befinden. Auch wird erwähnt, dass der Platz vor allem für die grosse Anzahl an amerikanischen und britischen Besuchern angelegt wurde. Bis auf zwei Monate im Jahr, in denen es schneit und der Platz sogar mit roten Bällen nicht bespielbar sei, wird der Platz als ganzjährig bespielbar beschrieben.
Im Jahre 1904 berichtete die britischen The King, His Army, His Navy in seiner Ausgebe vom 29. Oktober 1904, dass der wohl bekannteste Golfplatz in der Schweiz derjenige von Genf sei. «Dieser wurde 1898 im Wesentlichen von den Angehörigen der Britischen Gemeinde gegründet. Der Platz liegt in Charmilles, einem angenehmen Vorort der Stadt und besteht aus 9 Löchern. Hecken und Gräben bilden die Hindernisse, währenddessen es auch gilt mit grossartigen Bunkern zu verhandeln. Der Club gedeiht sehr gut und hat schon über 200 Mitglieder.» Des Weiteren wurde vermeldet, dass viele auswärtige Golfer aus Aix-les-Bains kommen, um in Genf ihren Kuraufenthalt zu komplementieren.
Die Beschreibung der Hindernisse und auch einige Fotos lassen vermuten, dass der Platz sich zumindest teilweise im Innenraum der Pferderennbahn von Charmilles befand.
Am 3. Oktober 1906 berichtete Le Temps unter Berufung auf die Anglo-American Gazette, dass am 1. Mai 1907 ein neuer Golfplatz eröffnet werden sollte. Es würde sich um einen 18-Loch-Golfplatz auf einem Gelände handeln, das elf verschiedenen Eigentümern und zahlreichen Pächtern gehörte. Am 20. Juni 1906 wurde eine Vereinbarung für drei Jahre unterzeichnet, der Club war offiziell gegründet und verabschiedete am 20. September ein Reglement (11 Artikel). Hier eine kurze Liste der ersten Mitglieder: Die Herren Colgate, Oswald Pictet, Ch. Vernet, Achard, de Lessert sowie Mlle. Peyrot …
Im Mai 1907 berichtete die britische The Queen in ihrer Ausgabe vom 25. d. M., dass «sollten sie von der Erweiterung des Golfplatzes in Charmilles gehört haben, dies so nicht richtig ist, da wir einen neuen 18-Loch-Platz in Plan-les-Ouates, auf der anderen Seite der Stadt, anlegen.
Natürlich ist der Platz neu und rau, aber wir hoffen, dass wir ihn mit der Zeit in einen guten Zustand bringen können. Der Platz ist mit 5790 Yards (=5295 m) der längste in der Schweiz und wird dank seiner herrlichen natürlichen Bunker einer der sportlichsten Plätze des Kontinents sein. Plan-les-Ouates ist von Genf aus mit der Tram in 25 Minuten zu erreichen. Die Trams fahren jede Stunde vom Quai de la Poste ab und halten gegenüber dem Clubhaus.»
Am Montag, den 20. April 1908 berichtete der schottische Dundee Courier über die für Anfang Mai 1908 geplante Eröffnung des neuen 18-Loch-Platzes in Plan-les-Ouates, Genf. «Der Platz, des sich über eine Länge von 3 ¼ Meilen (ca. 5200 m) erstreckt, sollte schon vor einigen Wochen eröffnet werden, aufgrund von Ratschlägen eines Experten wurden allerdings noch einige Platzänderungen vorgenommen, bevor dieser zum Spiel frei gegeben wird.»
Wie der Londoner Evening Standard in seine Ausgabe vom 24. Juli 1908 berichtete, wurde die in Genf ausgespielte Silbermedaille des Golfclubs vom Amerikaner H. Bates gewonnen.
Honorary Secretary war Dr. R.S. Taylor und A. Covington, im Winter Pro in Nizza, war im Sommer als Pro in Genf tätig. Die Tagesspielgebühr für Männer und Frauen betrug jeweils 3 Franken, der Saisonbeitrag 100 Franken für die Herren und 75 Franken für die Damen.
Wenig ist bekannt, wie es weiter ging, es wird aber davon ausgegangen, dass der Golfplatz mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1914 geschlossen wurde.
1922 erfolgte die Gründung des Golf Club de Genève auf Initiative von Edouard Weber, dem Direktor der Société des Intérêts de Genève, sowie von einigen Diplomaten des Völkerbundes. Nachdem zunächst ein richtiger Country-Club mit Tennisplätzen und Stallungen in Le Lignon gegründet werden sollte, fiel die Wahl am Ende auf Onex, weil es mit dem Tram einfach zu erreichen war. Im folgenden Jahr wurde der 18-Loch-Platz angelegt, dessen erster Abschlag sich an der Stelle der heutigen Schule Cycle du Marais befand, wo das Gebäude der heutigen Auberge d’Onex als erstes, bescheidenes Clubhaus diente.
Während des 2. Weltkriegs wurde er umgepflügt und die Fairways wurden nach dem Plan Wahlen als landwirtschaftliche Flächen genutzt. Nach dem 2. Weltkrieg waren die Golflehrer G. Barras und E. Costaz. Der Club hatte 200 Mitglieder. Die Platzrekorde waren: Amateure: Captain F. Francis und N. Berruti, 63; Profis: Alex Ross 62. Der 18-Loch-Platz hatte einen SSS von 71.
Mitte der 1950er Jahre war die Mitgliederzahl auf 250 angestiegen. Die Länge des Platzes wurde auf 6.000 Yards erhöht. Die Rekorde hielten die Amateure N. Berruti und O. F. Dillier mit 67 und der Profi A. Miloda mit 69. Die Gebühren für Besucher betrugen 10 Franken pro Tag. In den 1960er Jahren mass der Platz 6800 Yards mit einem SSS von 73.
Bereits um 1960 wurden Pläne veröffentlicht, die den Bau einer Strasse durch den Golfplatz in Onex vorsahen. 1969 kaufte der Kanton Genf das Golfplatzgelände dem Golfclub ab. Ursprünglich war geplant, auf diesem Gelände die Universität III und einen Campus zu errichten.
Nach jahrelanger Suche wurde auf der Domaine de Bessinge in Cologny ein Grundstück für den Bau eines neuen Golfplatzes gefunden. Golfarchitekt Robert Trent Jones Senior übernahm den Bau der neuen Anlage, die 1973 eröffnet wurde. Vor dem Umzug des Clubs betrug die Mitgliederzahl 550.
Heute wird das ursprüngliche Clubhaus als Restaurant Auberge d'Onex genutzt, während das noch 1965 eröffnete zweite Clubhaus von Evaux (Onex) als Teil des interkommunalen Sport-, Entspannungs- und Naturzentrums genutzt wird. Heutzutage befinden sich auf dem 55 Hektar grossen Gelände Fussballfelder, ein Leichtathletikstadion, ein Skatepark, ein Kinderspielplatz, ein Abenteuerpark, eine Laufbahn, Tennisplätze und ein 18-Loch Disc Golfplatz, auf dem 2014 die Disc Golf-Europameisterschaft stattfand.
Der Golfclub in Gstaad wurde im Juli 1928 von lokalen Hotelbesitzern gegründet. Anfangs war der ungefähr auf der Hälfte der Strecke von Gstaad nach Saanen zwischen der Landstrasse und der Bahnlinie liegende Golfplatz recht einfach. Es gab keine Einheimischen, es spielten lediglich die Touristen. Das Hotel Alpenruhe diente gleichzeitig als Clubhaus. Der Platz wurde auf feuchten Wiesen am Saaneufer direkt neben der «Montreux-Oberland-Bernois-Bahnlinie» zwischen den Bahnhöfen Gstaad (1,5 km entfernt) und Saanen (1 km entfernt) angelegt.
Im Jahr 1930 berichtete das Französische Le Golf, dass täglich fast 50 Golfer auf dem Platz spielten, so dass der Profi Harry Fulford, der zuvor u.a. in Le Touquet tätig war, die Nachfrage nach Golfstunden kaum erfüllen konnte.
Präsident des Clubs war Herr Pestalozzi vom Palace Hotel, Herr Mösching vom Institut Motesano war Schatzmeister und Herr Fleming vom Golf Hôtel Gstaad fungierte als Ehrensekretär. Der 9-Loch-Platz hatte eine Länge von 1940 Metern (für 9 Loch), der Scratch Score war 33 und der Bogey 37. Um 1938 wurde der Platz stillgelegt.
Bereits 1930 berichtete Le Golf, dass der Bau eines Platzes in Standardgrösse geplant sei und sich das Tal von Saanenmöser so erstklassig für einen 18-Loch-Platz eignen würde. Wegen des Zweiten Weltkrieges kam es nie dazu, dass diese Pläne verwirklicht wurden, und so wurde der Platz an der Saane mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges geschlossen, auch wenn das Jahrbuch des Schweizerischen Golfverbandes 1946 ihn noch aufführte, wenngleich mit dem Vermerk «fermé cette saison».
Erst 1962 entstand dann, zunächst mit 9 Löchern, der heutige von einem Naturschutzgebiet umgebene 18-Loch-Platz des Golfclub Gstaad-Saanenland in Saanenmöser auf einer Höhe von 1400 m über dem Meeresspiegel.
In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts wurde von der Kurgesellschaft in Interlaken eine Kommission eingesetzt, die alle Fragen im Zusammenhang mit der Anlage eines Golfplatzes prüfen sollte.
Fast sofort wurde ein Gebiet namens Höhematte, direkt vor dem heutigen Luxushotel Victoria-Jungfrau Hotel und Spa, für das Projekt bestimmt. Die Initianten waren sich nicht bewusst, dass ein regulärer Golfplatz 18 Löcher hat und viel mehr Land benötigt, als auf der Höhematte zur Verfügung stand.
Der erste Golfprofessional in Interlaken, ein gewisser Mr. Smith, der am 15. Mai 1903 eintraf, muss von dieser Tatsache gewusst und der Kurgesellschaft mitgeteilt haben, dass das zugewiesene Gelände für einen Golfplatz völlig ungeeignet sei.
Die Eröffnung des Golfplatzes, die ursprünglich für 1902 geplant war, musste verschoben werden. Im Dezember 1903 beschlossen die Interlakener Bürger, ein Areal von rund 18,5 Hektar an die Golfer zu vermieten. Herrn Smith gefiel die Situation offenbar nicht und er verliess Interlaken, um durch Monsieur A.L. Chevalier aus Valescure ersetzt zu werden.
Unter der Aufsicht des Golfprofis Chevalier wurde von 25 Arbeitern in der «Neue Eye» ein Golfplatz angelegt und am 21. Juni 1904 eröffnet. Heute befindet sich der ehemalige Militärflughafen von Interlaken auf dem Gelände dieses nur wenige Jahre existierenden Golfplatzes.
1907 wurde in Interlaken die Internationale Schweizer Meisterschaft ausgetragen, die von einem Engländer namens H. L. Gaw gewonnen wurde. In jenen Jahren spielten die Golfer um eine mächtige 8,5 kg schwere Silbertrophäe, die Kursaal Challenge. Um diese Trophäe wurde noch zwischen 1981 und 1994 gekämpft.
In einem Bericht des London Evening Standard vom Mai 1908 hiess es: «Der Golfplatz von Interlaken gilt als der beste der Schweiz. Er liegt in der Ebene zwischen Interlaken und Bönigen, und es gibt einen hübschen Pavillon mit einem Tea Room.»
Nisbet's Golf Guide 1910 und 1912 sowie Spalding's Golf Guide 1913 erwähnen, dass der Interlaken Golf Club über einen 9-Loch-Platz verfügte. Im Jahre 1912 wurde der Engländer Cecil Blandford, der sich später auch zusammen mit Peter Gannon als Golfplatzarchitekt einen Namen machen sollte, als Ehrensekretär geführt.
Mit dem Ausbruch des 1. Weltkriegs brach der Zustrom amerikanischer und britischer Touristen ab und die finanzielle Situation des Golfplatzes verschlechterte sich erheblich. Dies führte zur Schliessung des Golfplatzes im Februar 1915. Er wurde nach dem Krieg nicht wieder eröffnet.
Der heutige Golfclub Interlaken-Unterseen wurde 1963 an einem anderen Standort direkt am Ostufer des Thunersees gegründet, und nach Plänen Bernhard von Limburgers bzw. überarbeitet von Donald Harradine, errichtet.
Golfing Annual, 1908-1909, Vol. XXII, gibt an, dass der Club 1907 gegründet wurde und einen 9-Loch-Platz anbot. Einige lokale Zeitungen (Le Matin, Juni 1907) werben für das Grand Hotel du Lac de Joux und betonen, dass ein Golfplatz an das Hotel angrenzt.
Golf Illustrated (UK) berichtete am 15. Juni 1907, dass der Platz in Le Pont, Lac de Joux, Schweiz am 15. d. M. für das Spiel eröffnet wird. Es wird angegeben, dass der Golfplatz sehr schön oberhalb des Lac de Joux hinter dem Grand Hotel, wo Besucher jeglichen Comfort vorfinden, gelegen ist. Der Platz wurde vom A. Covington, Professional in Genf und Nizza, ausgelegt und war seiner Aussage nach ein schöner, sportlicher und abwechslungsreicher Platz mit gutem Grasbewuchs.
Interessant ist, dass dieser Platz, der an der Grenze zwischen der Schweiz (etwa 50 km nördlich von Genf) und Frankreich liegt, in dem berühmten 1911 erschienenen Buch des Opensiegers von 1907, Arnaud Massy, Le Golf, als französischer Platz aufgeführt wurde.
Die britische Zeitschrift The Field berichtete in ihrer Ausgabe vom 19. September 1903, dass «der Besitzer des Grand Hôtel des Rasses oberhalb von Ste. Croix in der Schweiz einen hervorragenden 10-Loch-Platz auf dem Plateau neben dem Hotel angelegt hat. Die Länge des Platzes beträgt etwa eine 3/4 Meile und es gibt viele natürliche Hindernisse und Bunker. Auf dieser Höhe, 1100 m, ist das Gras immer kurz, und selbst nach den stärksten Regenfällen trocknet der Boden wieder sehr schnell. Es ist schade, dass der Platz nicht stärker von Engländern frequentiert wird. In der Umgebung gibt es viele Ausflugsmöglichkeiten, und die Aussicht ist an schönen Tagen absolut unübertroffen. Dieser neue Golfplatz muss der höchstgelegene in Europa sein, und ich habe wenig Zweifel, dass er bald zu den besten auf dem Kontinent gehören wird.»
Die Existenz des Golfplatzes wird im Golfing Annual 1903-04 ebenso wie im Schottischen Golfer’s Handbook von 1906 bestätigt. 1908 trat der Club dem Schweizerischen Golfverband bei, und doch begann Edouard Baierle, der Besitzer des Grand Hotels, erst 1916 damit, der Gemeinde eine jährliche Pacht von 20 Franken zu zahlen, so dass unklar bleibt, in welchem Umfang der Platz in den Jahren zuvor genutzt wurde.
Das Golfer's Handbook von 1933 enthält folgenden Eintrag: Les Rasses Golf Club; Mitgliederzahl 35; Sekretär, E. Baierle; Professional G. Grisoni; 9 Löcher; drei Meilen von der Station Ste. Croix entfernt; Besucher - 5 Francs pro Tag; 30 Francs pro Woche, 60 Francs pro Monat; Saison Juni bis Oktober.
Zu einem späteren Zeitpunkt wurde der Platz auf 18 Loch erweitert, wie u.a. eine gedruckte Postkarte belegt. Man geht davon aus, dass der Golfsport in Les Rasses zur Zeit des 2. Weltkriegs beendet war. Der Betrieb wurde scheinbar 1940 eingestellt. Aus einer vorliegenden Hotelaktie geht hervor, dass das Hotel noch bis mindestens Ende der 1950er Jahre unter der Bezeichnung «Golf Hôtel» aktiv war. Das dem Autor im Original vorliegende Aktienzertifikat wurde 1957 ausgestellt und nimmt Bezug auf die 1929 gegründete Hotelaktiengesellschaft.
Der bekannte Golfprofessional Mr. James Tabor verliess vor kurzem, so berichtet der Dundee Courier am Freitag, den 3. April 1903, St. Andrews in Richtung Kontinent, um in Luzern einen neuen Golfplatz auszulegen. Die letzten drei Jahre war er für den Golfplatz in Zürich zuständig, noch vor seiner Heimkehr im letzten Herbst plante er den neuen Neunlochplatz in Luzern. Bis zum Ende dieser Saison (1903) wird er sich für letzteren Platz verantwortlich zeigen.
Kurze Zeit später, nämlich am 26. Juni 1903, wurde der Lucerne Golf Club gegründet. Er richtete sich hauptsächlich an englische und amerikanische Touristen. Auf dem Sonnenberg wurde ein 9-Loch-Platz eröffnet. The Royal & Ancient Game of Golf beschrieb den Platz als «romantisch, malerisch und einzigartig». Doch wegen des engen und teilweise steilen Geländes schien eine dauerhafte Perspektive für den Golfsport an diesem Ort oberhalb von Kriens schon bald zum Scheitern verurteilt.
Der Grossfürst Michael von Russland, ein begeisterter Golfer, war erster Präsident des Golfclubs Luzern. Im August 1904 wurde berichtet, dass der Club im September eine Schweizer Meisterschaft abhalten würde. Anmeldungen sollten an den Sekretär, Herrn S. Herbert Marsh, Hotel Sonnenburg, geschickt werden. Die Luzerner Meisterschaft wurde durchgeführt und im September 1905 erneut ausgetragen.
In Nisbet's Golf Year Book von 1912 findet sich folgende eindrucksvolle Beschreibung des Platzes: «Der Hauptsitz des Clubs ist in Luzern. Der Platz befindet sich in einer schönen und beherrschenden Lage, mit Blick auf den Vierwaldstättersee und die Alpen, die den See von der Rigi im Osten bis zum Pilatus im Westen umgeben. Der Platz selbst ist ausgesprochen sportlich und etwa 2500 Yards lang, wobei das längste Loch über 500 Yards und das kürzeste etwa 170 Yards lang ist. Die Lage des Platzes ist sehr hügelig und der Rasen ausgezeichnet. Die Grüns sind immer in gutem Zustand, auch in Zeiten der Trockenheit».
Durch den 1. Weltkrieg und den damit verbundenen Besuchermangel fand das Golfspiel auf dem Sonnenberg ein vorzeitiges Ende. Die Fairways wurden umgewandelt und als Ackerland genutzt, während das einst luxuriöse Hotel Sonnenberg für Internierte aus Frankreich und Belgien verwendet wurde.
Im Jahr 1921 wurde der Golfsport in Luzern auf dem Dietschiberg wieder aufgenommen. Der zunächst auf 9 Löchern angelegte Platz wurde später auf 18 Löcher erweitert und beherbergt heute den Lucerne Golf Club.
Am 29. Januar 1909 berichtete Golf Illustrated (UK) über einen «Neuen Golfclub für Italien».
Dieser Titel ist natürlich ein Irrtum, da, wie ein jeder heute weiss, Lugano in der Schweiz liegt und auch das erwähnte Gebiet nicht in Italien liegt.
«Die Vorbereitungen für den neuen Golfclub in Lugano machen zufriedenstellende Fortschritte. Die erforderlichen Pachtverträge sind unterzeichnet, und es bleibt nichts anderes übrig, als die Arbeiten voranzutreiben. Der Platz wurde sorgfältig angelegt und ist sehr günstig gelegen. Die Strassenbahn von Castagnola bringt die Besucher zur Seilbahnstation von San Salvatore. Von hier aus erreicht man den Platz in einer Viertelstunde.
Angrenzend befindet sich eine schöne Villa, in der das Komitee einen allgemeinen Clubraum, Umkleideräume und eine Küche einrichten will. Dieser Pavillon des Golfclubs wird sicher ein grosses soziales Zentrum werden.
Es besteht kein Zweifel, dass Lugano nach Abschluss der Arbeiten über einen ausgesprochen guten Golfplatz verfügen wird. Das Gelände eignet sich sehr gut für diesen Zweck, und es gibt allen Grund zu der Annahme, dass bereits in diesem Frühjahr gespielt werden kann, da mehrere provisorische Grüns angelegt werden, während die permanenten Grüns für die Herbstsaison angelegt und eingesät werden. Der Verein erhält viel Unterstützung. Ein wichtiger Faktor ist der Anführer des Clubs, Mr. Hamilton, der britische Vizekonsul, der sich sehr für die Entwicklung des sozialen Lebens in Lugano einsetzt.»
Drei Monate später, am 30. April 1909, fand sich in Golf Illustrated (UK) folgender Bericht:
«Golf in Varenna - an den Herausgeber von Golf Illustrated.
Sir, Nachdem ich in der Pariser Ausgabe einer Tageszeitung vom letzten Freitag einen langen Bericht über den Golfplatz von Lugano gesehen habe, halte ich es im Interesse der Golfer, die wie ich auf der Suche nach einem Golfplatz im Ausland sind, für ratsam, Ihnen mitzuteilen, dass sich dieser Platz zurzeit in einem völlig unvollständigen Zustand befinden. Es gibt eine Villa mit der Aufschrift Lugano Golf Club, die Standorte verschiedener Grüns sind markiert, und eines ist im Bau, aber ich habe kein fertiggestelltes vorgefunden. Der Platz ist ziemlich im Argen. Ich verbleibe, Sir, usw., gez. EIN GOLFER.»
Am 17. September 1909 berichtete dieselbe Zeitschrift über Lugano folgendes:
«Die Aufgabe, den Platz anzulegen, war schwierig, aber die grössten Schwierigkeiten sind jetzt überwunden, und Kay, der Profi, wird im Laufe der Woche erwartet, und in einigen Tagen wird man die Golfer auf der Runde sehen. Der Platz verspricht, recht gut zu werden. Fünf Grüns wurden unter der Aufsicht von W.S. Hill, dem Professional des Menaggio and Cadenabbia Golf Club, vollständig hergestellt und eingesät. Die offizielle Eröffnung wird gegen Ende des Monats stattfinden. Das Erdgeschoss einer Villa, die unmittelbar an den Golfplatz angrenzt, wurde in ein Clubhaus umgewandelt, das einen allgemeinen Clubraum mit Blick auf den Golfplatz sowie Umkleideräume für Damen und Herren und andere Räumlichkeiten umfasst.»
Wie der Corriere del Ticino am 21. Oktober 1909 schrieb, umfasst der Golfplatz eine Fläche von 12 ha. Die gleiche Zeitung bestätigte, dass die offizielle Eröffnung des Platzes am 19. Oktober 1909 erfolgte.
Am 24. März 1911 berichtete Golf Illustrated (UK) über die Verbesserungen, die in Lugano vorgenommen wurden:
«Der Golfplatz ist in ausgezeichnetem Zustand, dank Mr. W.P. Ward, die ganzen Tage auf dem Platz verbringt, um die Arbeiten zu überwachen, die Ghigo, dem Professional des Axenfeld-Links, anvertraut wurden. Colonel Woodward, der Captain des Clubs, und der ehrenwerte Sekretär, Herr G.F. McGarel-Hogg, sollten bald hier sein. Herr McGarel-Hogg ist auch Sekretär des Samedan-Clubs, und es ist zu hoffen, dass einige Mitglieder dieses Clubs sowie Besucher aus Südfrankreich hier erscheinen werden. Endlich kann Lugano dazu beglückwünscht werden, einen wirklich guten Golfplatz zu haben, der nur zwanzig Gehminuten von der Stadt entfernt ist.»
Am 10. Oktober 1912 wurde das Silver Shield Replica in Lugano gespielt, wie Golf Illustrated (UK) am 19. Juli 1912 unter der Rubrik «Swiss and Central Europe Golf Association» berichtet.
Es wird vermutet, dass der Golfplatz mit dem Beginn des grossen Krieges seinen Betrieb eingestellt hat, denn der letzte Bericht über den Golfplatz findet sich im Corriere del Ticino vom 29. Mai 1914, in dem es heisst, dass eine englische Dame Golfunterricht gibt.
Die Gazetta Ticinese berichtet am 19. Januar 1916, dass der Golf Club Lugano Konkurs anmelden musste und die restlichen Vermögenswerte des Golfclubs am 11. März 1916 versteigert werden.
Der heutige Golf Club Lugano wurde 1923 mit dem noch heute bestehenden Golfplatz in Magliaso unweit des Flughafens von Lugano gegründet.
Und hier ist der Link zum Standort dieses ehemaligen 9-Lochgolfplatzes in Pazzallo, früher eine eigene Gemeinde, heute ein Quartier der Stadt Lugano und zwar dort, wo sich heute Planet Lugano / Mercedes befindet.
1895 erfolgte die Eröffnung des Golfplatzes in Maloja, der zwischen dem Hotel Maloja Palace und dem Maloja-Pass angelegt wurde. Es handelte sich um einen 9-Loch-Platz mit einem Par von 34.
Am 31. August 1900 hiess es in Le Golf, dass der Golfplatz von John Morris, dem Profi aus Hoylake, angelegt wurde. George Dunn, der im Winter in Biarritz arbeitete, war der Golflehrer in Maloja.
1904 wurde der Schauspieler George Alexander, ein begeisterter Golfspieler, zum Captain für das laufende Jahr gewählt. Im August nahm er mit einer Mannschaft an einem Spiel gegen die Société de Golf de Paris teil. Herr Alexander führte seine Mannschaft zum Sieg. Er selbst spielte gegen M. Pierre Deschamps, den Captain der Société sowie dem Vater des Golfsports in Frankreich, «all square».
Das Jahrbuch des Deutschen Golf Verbandes von 1926 gibt 1906 als Gründungsjahr von Maloja an, hier kann es sich aber auch um die Clubgründung handeln, da der Platz nach derzeitiger Quellenlage schon 1895 entstanden ist. Zwischen 1925 und 1927 wurde der Platz auf 18 Löcher erweitert, um dann 1931 nach der Weltwirtschaftskrise wieder auf 9 Löcher reduziert zu werden.
Der Club tauchte dann noch einmal im Golfer's Handbook von 1947 auf. Als Professional ist A. Gow angeben. Die Gebühren für Besucher betrugen 5 Franken pro Tag, 20 Franken pro Woche und 100 Franken für die ganze Saison. Obwohl der Platz 1947 erwähnt wurde, geht man davon aus, dass er zwischen 1939 und 1945 aufgelassen wurde, da das Golfer’s Handbook gerne Einträge aus der vorherigen Version des Handbooks wiederholte, falls man in Schottland keine Rückmeldung vom jeweiligen Golfclub erhalten hatte.
Das Britische Golf Illustrated berichtete bereits am 5. August 1904 mit zwei Abbildungen über einen Golfplatz in Neuenburg (Neuchâtel):
«Die Anhänger des königlichen und antiken Spiels, die sich zufällig in der Schweiz aufhalten, kommen voll auf ihre Kosten. Alle beliebten Urlaubsorte, in denen sich viele Urlauber und Touristen versammeln, sind mit Golfplätzen ausgestattet. Auch wenn diese vielleicht nicht ganz das Niveau von Hoylake und St. Andrews erreichen, erfüllen sie doch ihren Zweck sehr gut. Die vielleicht am besten ausgebauten Plätze befinden sich in Genf und Neuchâtel. Letzterer ist ein 9-Loch-Platz und bekannt für seine hervorragenden Grüns. Einige der Bunker sind furchterregend, und um sie erfolgreich zu überwinden, braucht man viel Übung. Der Golfplatz von Neuchâtel ist zu Recht sehr beliebt und erfreut sich grosser Beliebtheit. Er liegt eine halbe Stunde zu Fuss von der Stadt entfernt am Fuße des Juras und bietet einen herrlichen Blick auf die schneebedeckten Berge, die in den Himmel ragen.
Das Clubhaus ist ein komfortables zweistöckiges Gebäude mit einer Veranda. An Wettspieltagen ist es der grosse gesellschaftliche Treffpunkt der Stadt. Die Mitgliedsbeiträge sind sehr moderat, und Besucher können die Privilegien einer vorübergehenden Mitgliedschaft in Anspruch nehmen. Als Caddies werden die zahlreichen kleinen Jungen aus der Nachbarschaft eingesetzt. Daran besteht selten ein Mangel, da der durchschnittliche Schweizer Bauer mit einer grossen Familie gesegnet ist. Neben dem Genfer und dem Neuenburger Club gibt es in Luzern, Maloja, Thun, St. Moritz und Montreux weitere Clubs, die Besuchern der Schweiz offenstehen. Das Saisonabonnement beträgt zwischen 20 und 50 Franken. Für Damen sind die Preise reduziert. Der Golfsport hat zur Beliebtheit der Schweiz als Ferienort erheblich beigetragen, und Golfschläger gehören heute zur Ausrüstung von Briten und Amerikanern sowie Alpenstöcke. Wer in der Schweiz Golf mit Reisen verbinden möchte, findet Neuchâtel einen idealen Ort.»
Ab etwa 1908 wurde dieser Platz nicht mehr erwähnt.
Nach dem Ersten Weltkrieg dauerte es beinahe 10 Jahre bis zur Gründung des Golf Club de Neuchâtel 1928. Der Neuenburger Industrielle Eugène De Coulon, der eine Zeit seines Lebens in Kalifornien verbracht hatte, lernte dort das Golfspiel kennen. Zurück in der Schweiz fand er in Pierre-à-Bot, an der Strasse von Neuenburg nach Chaumont gelegen, ein geeignetes Gelände und liess dort einen 9-Loch-Golfplatz anlegen. Im Jahr 1930 trat der Golfclub dem Schweizerischen Golfverband bei.
Eugène De Coulon, nunmehr Direktor der Câbles de Cortaillod,kann damit ohne Zweifel als Vater des von Schweizern reinitiierten Golfsports in Neuchâtel bezeichnet werden.
Während des 2. Weltkrieges wurde das Golfplatzareal umgepflügt und die Bevölkerung baute auf den ehemaligen Fairways Weizen und Kartoffeln an. Nach Friedenschluss wurde der Golfplatz mit leicht verändertem Layout wieder eröffnet.
Da der Platz in unmittelbarer Nähe der Stadt lag und eine schöne Aussicht auf die Schweizer Alpen und den Neuenburger See bot, gleichzeitig ruhig gelegen war, verbesserte sich die Situation schnell und der Club zählte schon bald 180 Mitglieder.
1960 erklärte die Stadt Neuenburg, dass sie den Pachtvertrag für das Gelände nicht verlängern würde. Das war ein grosser Schock für den Club, und es musste sich nach einem neuen Standort umgesehen werden. 1975 wurde dann der neue von dem deutschen Golfarchitekten Bernhard von Limburger entworfene 18-Loch-Platz in Voens, in Betrieb genommen und der Golfclub firmiert seitdem als Golf & Country Club Neuchâtel.
So ist heute das ehemalige Golfclubhaus mit Café alles, was noch an den zweiten (ersten?) Neuenburger Golfplatz erinnert.
Um 1927 wurde in dem schönen Park des Grand Hôtel des Salines neben den Salzminen ein kurzer aber offenbar anspruchsvoller Golfplatz in einem sehr schönen Park, der von kleinen Bächlein durchzogen wird und über aussergewöhnliche Bäume verfügt, angelegt.
1931 berichtete das Französische Le Golf, das Bex ein sehr kleiner Ort sei, auf 430 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, im Windschatten der Nordwinde mit einem sehr angenehmen Klima. «Der Name Bex-les-Bains stammt von seinem Wasser, das sehr reich an Natriumchlorid ist und ihm zu seinem Ruhm verholfen hat, so dass sein Wasser als das lithinhaltigste in ganz Europa gilt.» Ferner berichtete das Magazin, dass der Platz vor etwa drei Jahren angelegt wurde und im Sommer zahlreiche Wettkämpfe gespielt werden. Der von Jacques Chauvet initiierte Platz musste 1933 leider wieder geschlossen werden.
Im Jahre 1904 wurde der San Gian Golfplatz erstmals eröffnet. Um der immer grösser werdenden Zahl von Golfbegeisterten gerecht zu werden, beschloss der Kurverein, einen neuen Golfplatz in St. Moritz Bad anzulegen. Ein Korrespondent schreibt 1904: «Es wurde ein guter Platz gewählt, der hinter dem Kurhaus liegt und sich in Richtung des Waldes, der das Innufer säumt, erstreckt. Eine Inspektion des Platzes lässt vermuten, dass er mit der nötigen Sorgfalt und unter der Leitung eines Fachmannes in solchen Dingen bald so gut werden sollte wie jeder andere im Engadin. Die Grüns sind jetzt rau und zu klein, aber es gibt keinen Grund, warum er nicht im Laufe der Zeit mit den besten hier vergleichbar gemacht werden sollte...». (Quelle: Engadine Golf Club, 1893-1993, S. 134.)
Die einzelnen Löcher haben Längen von 155m, 148m, 267m, 208m, 296m, 198m, 183m, 326m und 237m, insgesamt 2018m. Bei der vorliegenden Abbildung aus den britischen Illustrated London News vom 6. Juni 1914 dürfte es sich somit um eine der letzten Aufnahmen vom ersten San Gian Golfplatz handeln, bevor dieser vermutlich mit Ausbruch des ersten Weltkriegs wegen ausbleibender Touristenströme geschlossen wurde.
Im Jahre 1927 wurde der San Gian Golfplatz als weiterer Sommergolfplatz (Saison vom 15. Juni bis 15. September) nach den Plänen von Peter Gannon wieder eröffnet. Der Platz bestand aus 9 Löchern mit einer Länge von 2037 m und einem Par von 36. Für die Mitglieder des Samedan Golf Club gab es ermäßigte Greenfees.
Wie uns Ueli Lamm berichtet, startete der Platz San Gian in der Nähe vom heutigen Hotel Kempinski – ein Bild zeigt den damaligen Golfpro der eine Lady unterrichtet mit dem Piz Julier im Hintergrund. Das Foto dürfte gemäß Uelis Auskunft etwa nahe dem Inn aufgenommen worden sein, wo sich heute der Parkplatz der Luftseilbahn Signal befindet.
Der Golfplatz San Gian musste im Jahr 1940 aufgegeben werden.
Am 26. Juni 1891 wurde erstmals in der britischen Zeitschrift Golf über die Errichtung eines Golfplatzes in St. Moritz berichtet. Fast zwei Monate später, am 14. August 1891 berichtete Golf dann über die verspätete Eröffnung des Golfplatzes:
«Wie schon vor einiger Zeit in diesen Spalten angekündigt, wurde in St. Moritz im Engadin ein Golfclub gegründet. Der Spielbetrieb hätte am Montag, den 3. August, aufgenommen werden sollen, aber die Eröffnung des Platzes musste wegen schlechten Wetters verschoben werden. Es handelt sich um einen 9-Loch-Platz, der sportlich, um nicht zu sagen schwierig, ist. Er ist wunderschön gelegen und ist wahrscheinlich der höchstgelegene der Welt, da er fast 6000 Fuss über dem Meeresspiegel liegt».
Wie einer Zeichnung des Daily Graphic vom 15. Juni 1891 zu entnehmen ist, befand sich dieser erste Golfplatz von St. Moritz mit 9 Löchern direkt am Ufer gelegen zwischen dem St. Moritzer See und St. Moritz Dorf auf teils recht steilem und damit für einen Golfplatz schwierigen Gelände. Die Local Rule Nr.1 sah u.a. vor, dass ein in den See geschlagener Golfball von der Stelle nochmal geschlagen werden musste, von der der erste Schlag gespielt wurde. Köstlich auch die Regel Nr. 6, die vorsah, dass ein Spieler der für eine Runde auf dem ansonsten doch recht kurzen Platz mehr als 65 Schläge pro Runde benötigte, jeden schnelleren Spieler am nächsten Abschlag durchspielen lassen musste.
1896 war John Morris vom Royal Liverpool Golf Club während der Saison als Pro in St. Moritz tätig. Vermutlich schon um 1897 wurde dieser erste Golfplatz in St. Moritz bereits wieder geschlossen, 1901 wurde dann der St. Moritz Golf Club mit dem Engadine Golf Club in Samedan verschmolzen.
Das Journal de Genève berichtete am 3. Mai 1899, dass das schweizerische Militärdepartement dem Tourismusbüro von Thun ein Stück Land auf der Allmend zum Bau eines Golfplatzes angeboten hat, insbesondere um britische Touristen anzulocken. Am 21. Oktober 1899 bestätigte die britische Zeitschrift The Queen die Existenz eines 18-Loch-Platzes in Thun.
Kaum zwei Monate später berichtete Golf Illustrated (U.K.) am 8. Dezember 1899 ebenfalls über eine 18-Loch-Anlage in Thun, und zwar auf dem Waffenplatz. Wie die Zeitschrift schrieb, ist der Platz von April bis November geöffnet und liegt auf einer Ebene, die eine hervorragende Sicht auf die Gletscher des Berner Oberlandes bietet. «Der Rasen soll sehr gut für den Golfsport geeignet sein, da das Gras nie lang wird. Es gibt einen ‘resident professional’ T. Freemantle, der Unterricht gibt und Golfschläger repariert. Abonnements können wochen, monats- oder saisonweise abgeschlossen werden, und auch Damen können mitspielen.» Letzteres war damals, zumindest im Vereinigten Königreich, keinesfalls selbstverständlich. Ein kleines Chalet diente als Clubhaus und insbesondere die Pension Itten in der Länggasse wurde als Unterkunft empfohlen.
Im Golfing Annual, Band XIV (1900-1901), ist vermerkt, dass der Club 1899 gegründet wurde, der Platz 9 Löcher bietet, und dass der Ehrensekretär im Hotel Bellevue ansässig ist. In einer späteren Ausgabe wird der Name des Ehrensekretärs mit E. Bilmaier im Hotel Thunerhof angegeben. Die Existenz dieses Golfplatzes «in der Nähe des Bahnhofs» wurde ebenfalls in der britischen Zeitschrift The King, His Army, His Navy vom 29. Oktober 1904 bestätigt. Letztmals wurde der Golfclub in der letzten Ausgabe des Golfing Annual (1909-1910) aufgeführt.
Der Brite Robert Maxwell, Inhaber der Pension Itten, war somit vermutlich der Vater des Golfsports in Thun, eine Tradition, die der nur wenige Meter vom Waffenplatz entfernt gelegene Golf Club Thunersee heute weiterführt.
Viel klarer ist die Situation bezüglich der Eröffnung eines Golfplatzes 1923 in Einigen zwischen Thun und Spiez. 1923 errichtete der neu gegründete Lake Thoune Golf & Country Club (?) auf einem von der Kanderkies AG gepachteten Gelände einen 9-Loch-Golfplatz. Dieser Platz wurde am Samstag, den 29. Mai 1923 in Anwesenheit des britischen Botschafters in der Schweiz, Sir Joshua Milne Crompton Cheetham (1869-1938), der den ersten Schlag machte, feierlich eröffnet. Es folgte ein Eröffnungsspiel der Berufsspieler, welche Alex Ross aus Genf mit 119 Schlägen vor Walley Marks (Thun, 127 Schläge) und H. B. Roberts (Montreux, 135 Schläge) gewann.
Im Folgenden kam die erste Swiss Open 1923 in Einigen zur Austragung, die der Genfer Pro Alex Ross mit 149 Schlägen gewann. Auch in den beiden Folgejahren wurde die Swiss Open in Einigen gespielt, 1924 kamen die beiden Boomer-Brüder und es gewann Percy Boomer (150 Schläge), 1925 hiess der Sieger dann wieder Alex Ross mit 148 Schlägen.
Um die Anreise zu erleichtern, wurde in den Folgejahren sogar ein Pendelverkehr mit Motorbooten zum anderen Seeufer eingerichtet. Schliesslich wurde eine eigene Schiffländte eingerichtet, die am 11. Mai 1929 eingeweiht werden konnte.
Der 9-Loch-Platz in Einigen lag direkt am See. Der bereits bei seiner Eröffnung 1923 in die ASG aufgenommene Club wurde nach Kriegsbeginn im Jahre 1940 geschlossen, da der Platz dem Agraranbau weichen musste. Die an den Golfplatz angrenzende Kanderkies AG, die 1911 das gesamte rechtsufrige Kanderdelta erworben hatte und dort eine Kiesaufbereitungsanlage, eine Steinfabrik, sowie ein Zement- und Betonwerk errichtet hatte, schuf sodann auf dem ehemaligen Golfplatzgelände einen landwirtschaftlichen Musterbetrieb zur Versorgung der Bevölkerung in Kriegszeiten.
Knapp zwei Jahre vor der Eröffnung des heutigen Golfplatzes in Interlaken-Unterseen (1964) begannen am 22. Oktober 1962 die Bauarbeiten für einen Golfplatz in Trümmelbach-Lauterbrunnen.
Der 9-Loch-Platz mit einer Länge von 2900 m und einem Par 70 wurde auf einer Fläche von über 22 Hektar angelegt und von Donald Harradine, dem berühmten Schweizer Golfarchitekten britischer Herkunft, entworfen.
Bereits 1959 wurde eine Initiative von Fritz Borter, Besitzer des Palace Hotels in Wengen, und Karl Molitor, zweifacher Olympiamedaillengewinner im alpinen Skifahren (1948 in St. Moritz) und Besitzer eines Sportgeschäfts in Wengen, gestartet. Am 2. März 1963 wurde der Golfclub offiziell gegründet, wobei die beiden Initiatoren das Amt des Präsidenten bzw. des Captains übernahmen.
Mitte 1964 zählte der Club 45 erwachsene und 7 jugendliche Mitglieder. Ein Jahr später war die Zahl auf 66 aktive Mitglieder angewachsen. Finanziell war der Club nie sehr stark, und 1970 zählte er nur noch 50 Mitglieder.
Es war sicherlich ein Problem, dass 1964 der 18-Loch-Platz in Interlaken-Unterseen in weniger als 20 km Entfernung eröffnet wurde. Im Juni 1970 wurde der Platz in Trümmelbach geschlossen und der Golfclub aufgelöst.
Im Golfer's Handbook ist der Club Anfang der 1970er Jahre wie folgt aufgeführt: Golflehrer war Jakob Kressig; 90 Mitglieder; 9-Loch-Anlage mit 2900 m Länge und Par 72; Tagesgebühr 10 Fr., Wochenende 12 Fr.
1922 trat der Golfclub Villars dem Schweizerischen Golfverband bei. Charles Génillard, Direktor des Hotels Villars-Palace, hatte in seinem Park einen 9-Loch-Platz angelegt.
Im selben Jahr berichtete Le Golf, dass die Abschläge und Grüns des Platzes akzeptabel sind, aber der Rest des Platzes in einem sehr schlechten Zustand ist. Es bestand jedoch die Hoffnung, dass der Profi William Freemantle zusammen mit seinen Söhnen Maurice, René und Wilbur die Situation verbessern würde. Das längste Loch war 272 m lang, das kürzeste 85 m.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war D. Picchiottino Sekretär und Golfprofessional im Villars-Palace Golf Club. Die Rekorde auf dem Platz lauteten: Amateur: D. Welch 64; Profi: J. Hills 63.
Der Club hatte 80 Mitglieder. Der Bahnhof von Villars war 3 Minuten entfernt. Die Gebühren für Besucher betrugen 5 Franken pro Tag, 21 Franken pro Woche und 90 Franken pro Saison. Die Saison dauerte vom 15. Juni bis zum 15. September.
Mitte der 1950er bis in die 1960er Jahre war J. L. Chable Sekretär und V. Camata Greenkeeper. Die Mitgliederzahl betrug jetzt 50. Platzrekorde: Amateur, M. Marquoz 63 (G. Poupon 61 in den 1960er Jahren); J. L. Chable 57. Der Platz war 3588 Yards lang, das SSS betrug 33.
Der Platz wurde 1967 aufgrund von Immobilieninvestitionen stillgelegt. Der Club baute deshalb oberhalb Villars im Skigebiet Plan-de-Four in den 1970er Jahren einen konditionell anspruchsvollen 18-Loch-Platz. Sein heutiger Name: Golf Club Villars.
Der aus Ragaz stammende Hotelier Anton Sebastian Bon (1854-1915) legte Anfang des 20. Jahrhunderts einen kleinen Golfplatz rund um sein 1903 errichtetes Parkhotel Vitznau an. Er wurde nur während drei Saisons bespielt.
Um 1921 kehrte ein Schweizer in seine Heimat zurück, um am Gestade des Vierwaldstättersees ein Hotel zu übernehmen. Dieser Eidgenosse hatte in den USA mit Golf ersten Kontakt genommen und der Zufall wollte es, dass er auch einmal in St. Andrews für einige Tage im schon damals bekannten Rusack’s Hotel abstieg. Hier gaben sich einige Schotten dann besondere Mühe, diesem Mann aus Helvetien die Geheimnisse des Golfspiels beizubringen.
Der Golfvirus überkam den Schweizer, denn bald darauf legte er zusammen mit einem Scotsman hinter seinem Hotel einen Neunlochplatz an und so entstand der Golf Club Vitznau-Buochs, auf der Südseite des Bürgenstock. In Vitznau, wo sich für die Erstellung eines Golfplatzes kein Terrain ergab (die Rigi erhebt sich vom See weg steil) wohnten zu dieser Zeit etliche Briten, die man per Boot nach Buochs führte, wo sie ihre Runden drehten.
In Nizza begegnete der Schweizer Auguste Boyer, der dann erstmals in die Schweiz kam und als Professional die bescheidene Aufgabe übernahm, diesen jungen Platz zu fördern. Leider genügten die paar Engländer nicht, um eine Golfsaison zu sichern, und irgendwie lag Buochs auf der falschen Seite des Sees, zu weit weg vom Tagesgeschehen, auch wenn ab und an ein paar Luzerner Golfer vorbeikamen.
Insgesamt war dieser Golfclub, der 1924 dem Schweizerischen Golfverband beitrat, nur von sehr kurzer Dauer und schon bald verbrachte Boyer die Sommer als Golflehrer in Luzern auf dem Dietschiberg.
Primus Bon legte den Platz rund um sein Park Hotel Vitznau an. Er wurde nur während drei Saisons bespielt.
In den Anfängen des Golfsports in der Schweiz ging es im Greenkeeping darum, auf Weideland den Rasen so kurz zu schneiden, dass geputtet werden konnte. Heute ist Greenkeeper ein anerkannter Beruf, der weit mehr umfasst als Rasen mähen und Bunker sauber halten. Im dritten Jahrtausend sind Greenkeeper verantwortlich für die Balance zwischen Natur, Geschäft und dem Vergnügen des Golfers.
Ohne Greenkeeper kein Golfplatz. So wichtig die Fachleute für Golfplatzpflege für unseren Sport sind, so wenig drängen sie in den Vordergrund. Ihre Arbeit findet selten im Blickfeld der Golfenden, sondern häufig am frühen Morgen und gegen Abend statt. In den Annalen von Golfclubs sind die Namen der Präsidenten und Captains fein säuberlich gelistet, und es findet sich noch so manche Turnierrangliste aus den Gründungsjahren. Hinweise auf Greenkeeper sind jedoch spärlich.
Pferde, Schafe und Fronarbeit
In der Alpine Post vom 1. August 1891 stand über den ersten Golfplatz der Schweiz, jenen in St. Moritz, zu lesen: «Auf die perfekte Pflege des Grüns wurde die denkbar grösste Sorgfalt verwendet. Es wurde gut gewalzt, das Gras kurz geschnitten. Da jedoch auf den zahlreichen Plätzen, auf denen demnächst geputtet werden soll, vor kurzem noch Heu wuchs, kann hier momentan noch nichts Weltbewegendes erwartet werden.» Wenige Tage später wurde der Engadine Golf Club gegründet sowie ein Vorstand und ein Unterausschuss für den Platz gewählt. Letzterer kümmerte sich darum, dass «das Grün gemäht und Fahnen aufgestellt werden». Vier Jahre später wurde im Zusammenhang mit der 3. Engadine Amateur Open «die hervorragende Arbeit des Platzwartes Sabatelli» erwähnt.
Die Anfangsjahre des Golfsports in der Schweiz waren geprägt von Fronarbeit der Vorstandsmitglieder. In Samedan war Dr. John F. Patterson während der ersten 30 Jahre (!) des Bestehens der 18-Loch-Anlage für den Platz verantwortlich. Von 1911 bis 1917 amtete er zudem als Präsident.
Für die Ausführung der körperlich anstrengenden Arbeiten auf Golfplätzen wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts jeweils lokale Arbeitskräfte hinzugezogen. In der Geschichte des Golf Club Bad Ragaz ist für den Zeitraum um 1930 vermerkt: «Die Bad- und Kuranstalten stellten einen Golfpro an. Er erteilte nicht nur Golfunterricht… Zwei unter seiner Aufsicht stehende Platzarbeiter scheinen für die Platzpflege genügt zu haben.»

In der Biografie über den Golfplatzarchitekten und Vater der Greenkeeper-Ausbildung in Kontinentaleuropa, Donald Harradine, gibt Götz Mecklenburg einen Einblick in die Golfplatzpflege zu Beginn des 20. Jahrhunderts: «Die Mähmaschinen für Fairways wurden von Pferden gezogen, die Lederschuhe trugen, um Verletzungen der Grasnarbe zu vermeiden. Die Greens dagegen mähte man mit handgeführten Spindelmähern, die zunächst nur einen Motorantrieb für das Mähwerk bekommen hatten, aber noch geschoben werden mussten. Es gab für alle Unterhaltsmassnahmen Maschinen und Geräte, die jedoch erheblichen körperlichen Einsatz verlangten.»
Die ersten Rasenmäher mit Benzinmotor
Die Erfindung des Rasenmähers wird Edwin Budding, einem englischen Textilingenieur, zugeschrieben. Das erste Modell mit Benzinmotor kam bereits 1914 auf den Markt. Budding meldete seinen Spindelmäher am 31. August 1930 zum Patent an. In den Folgejahren wurden die ersten Aufsitzmotormäher entwickelt. 1949 wurden in Hannover (Deutschland) die ersten Prototypen von Sichelmähern gezeigt, die jedoch erst Mitte der 1950er-Jahre in Serie produziert wurden. In den 1990er-Jahren kamen die ersten Rasenmähroboter auf den Markt und seit den 2020er-Jahren werden diese vermehrt auch auf Golfanlagen eingesetzt.
Beim Bau und der Pflege der ersten Golfanlagen der Schweiz zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereiteten die Rasenmäher den Verantwortlichen allerdings weniger Kopfzerbrechen als die Gräser. «Ein Problem war die Saatgutgewinnung; erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen Saatgutmischungen für unterschiedliche Einsatzgebiete in den Handel. Gleichzeitig begann man, Rasenflächen zu bewässern und verstärkt mit organischem Material zu düngen», schreibt Mecklenburg in der Harradine-Biografie. Diese Aussagen beziehen sich allerdings auf Grossbritannien, in Kontinentaleuropa hinkte man hinsichtlich Golfplatzpflege und Greenkeeping deutlich hinterher.
Wie pragmatisch man dieses Thema in der Schweiz im Jahr 1900 anging, zeigt der folgende Auszug aus der von Urs Zaugg verfassten Geschichte des Golfclub Interlaken-Unterseen: «Die neben dem Golfspiel hergehende landwirtschaftliche Nutzung wurde dem Landwirt Hans Roth mit der Bedingung übertragen, das Gras auf rationelle Weise, d.h. durch eine Schafherde, stets ‘nieder zu halten’.»

Die Greenkeeper kommen, die Sensen bleiben
Die Nachkriegszeit brachte Bewegung in die Schweizer Golfszene und einen Wandel in der Golfplatzpflege. In Kontinentaleuropa engagierten die Golfclubs die ersten Greenkeeper. Meist waren es «Selfmade»-Greenkeeper oder ehemalige Landwirte, die ihr Feld für den Golfsport zur Verfügung stellten und sich um die Pflege des Platzes kümmerten. Mit regelmässigem Rasenmähen und ab und zu etwas Dünger und Wasser konnten Mitte des 20. Jahrhunderts drei Personen einen 18-Loch-Platz pflegen. Nur wenige, meist renommierte Golfclubs, leisteten sich einen gut ausgebildeten angelsächsischen bzw. amerikanischen Greenkeeper.
In der von Hans Danuser verfassten Chronik des Golf Club Arosa ist nachzulesen, dass im Mai 1946 der erste Golf-Vorarbeiter, «Golf-Keeper genannt», für die fünf Sommermonate angestellt wurde. Es war der Aroser Walter Scheuber. Er erhielt einen Lohn von 650 Franken pro Monat bei einer Arbeitszeit von zehn Stunden am Tag. Donald Harradine hatte den 9-Loch-Platz geplant und auch dessen Bau überwacht; Scheuber wurde ihm unterstellt. Den Aroser Greenkeepern liess Harradine viel Freiheit und schenkte ihnen Vertrauen. Er brachte den Golfarbeitern lediglich die notwendigen Richtlinien bei, nach denen sie arbeiten sollten. Für die Bewässerung der Greens kam anfänglich eine 40 Liter fassende Milchtanse zum Einsatz, mit der Wasser zu den Greens 2, 4, 5 und 7 befördert wurde. Ab 1960 konnte in Arosa dann motorisiert gemäht werden, ab 1965 stand auch eine Motor-Greenmähmaschine zur Verfügung.

Franco Castelanelli, von 1951 bis 1997 Head Greenkeeper im Lucerne Golf Club, erinnert sich in der von Martin Holz verfassten Clubchronik zum 100-Jahr-Jubiläum 2003: «Ich kam 1951, 19-jährig, nach Luzern, wo mein Vater ein Jahr zuvor das Amt des Greenkeepers übernommen hatte. Von ihm lernte ich in den folgenden zehn Jahren das Handwerk der Golfplatzpflege. Wir waren drei Arbeiter auf dem Platz, mehr konnte sich der Club damals nicht leisten.» Zu dritt hätten sie in einem Zimmer im Clubhaus geschlafen. «An der Pflege des Golfplatzes hat sich in den 46 Jahren meiner Arbeit als Greenkeeper grundsätzlich wenig geändert. Schon damals wurden Greens und Fairways mehrmals pro Woche gemäht, regelmässig gedüngt, bewässert und aerifiziert. Alles knochenharte Arbeit. Die einzig motorisierte Maschine war ein Traktor, mit welchem wir die Fairways mähten. Für die Greens und Roughs dagegen hatten wir während Jahren nur Handmäher und Sensen.» Konnte wegen Regens einige Tage nicht gemäht werden, «musste als zusätzliche Zugkraft ein zweiter Arbeiter mit einem Seil vor den Handmäher gespannt werden». Die Bewässerung der Greens erfolgte auf dem Dietschiberg bis in die 1970er-Jahre von Hand mit der Giesskanne.
Die Aroser Clubchronik gibt Einblick in den Maschinenpark der frühen Jahre: «Die ersten Maschinen, die der Pflege des Platzes dienten, besassen keine Motoren … Die Greenmähmaschine beispielsweise war ein Stossschneider von 60 cm Breite. Er glich motorlosen Rasenmähern der Neuzeit. Mit einem Stossschneider mussten auch die Spielbahnen gemäht werden.» Dazu findet sich eine wunderbare Anekdote aus dem Jahr 1958, die der damalige Greenkeeper Godi Lanz erzählte: «Zum Schneiden der neunten Bahn brauchten wir zwei Stunden. Der Aroser Student Hansjörg Zinsli stiess in seinen Ferien den Mäher rennend über die Bahnen. Dies gehörte zu seinem Langlauftraining für den kommenden Winter.»


In Donald Harradines Biografie finden sich Notizen zum Greenkeeping im Zeitraum zwischen 1948 und 1972. Der Golfplatzarchitekt war in Caslano (Tessin) ansässig geworden und damit beauftragt, den 9-Loch-Platz von Lugano zu leiten sowie die Anlage um neun Löcher zu erweitern. Götz Mecklenburg schreibt über jene Zeit: «Auch Probleme im Greenkeeping gehörten zum Alltag und mussten gelöst werden. Als auf den Greens die Hirse begann Überhand zu nehmen, engagierte Don eine Frauenbrigade, die die Hirse in mühsamer Handarbeit beseitigte. Seine Gattin Babette hatte es ein wenig besser, sie durfte mit einem alten Traktor, dessen Kühlwasser ungefähr alle zehn Minuten nachgefüllt werden musste, die Fairways mähen.»
Mehr Maschinen, immer höhere Ansprüche
Ab den 1960er-Jahren kamen immer mehr Maschinen zum Einsatz, die die Arbeit der Greenkeeper erleichterten. Dies war mit hohen Investitionskosten und entsprechendem Platzbedarf im Werkhof verbunden. Beim Neubau des Golfplatzes schaffte der Golfclub Interlaken-Unterseen 1966 folgenden Maschinenpark an: einen Gruppenrasenmäher der Marke «Ransomes», ein Motorrasenmäher «Ransomes» Modell «Auto-Certes» und einen Motorrasenmäher «Locke» für die Vorgreens. Kostenpunkt: 45'695 Franken. Zwanzig Jahre später wurde ein neuer Werkhof erstellt, da im alten zu wenig Platz war, «für die grosse Anzahl von teuren Maschinen, nötig für den Unterhalt der Fairways, der Greens, der Bunker usw.», heisst es in der Club-Chronik. Es war die Zeit Mitte/Ende der 1980er-Jahre, als viele Schweizer Golfclubs ihre Werkhöfe erweiterten, um die teuren Maschinen geschützt unterzubringen und Platz für die Wartung zu schaffen.

Franco Castelanelli erinnert sich an die späten Jahre seiner Tätigkeit auf dem Dietschiberg: «In den letzten Jahren ist die Arbeit dank der vielen neuen Maschinen körperlich nicht mehr so anstrengend gewesen. Die Arbeitszeit hat sich dadurch aber kaum verkürzt, da immer höhere Anforderungen an den Zustand des Platzes gestellt wurden. Was uns die neuen komfortablen Maschinen und ausgeklügelten Dünger zudem weiterhin nicht bieten können, ist eine Garantie für perfekte Greens und Fairways. Auch wenn die Dünger heute anhand von regelmässigen Analysen der Bodenproben genau auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden, bleibt der richtige Zeitpunkt des Düngens weiterhin der entscheidende Faktor und damit auch ein wenig Glückssache.»
Bis in die 1990er-Jahre hinein wurden in der Schweiz relativ bedenkenlos synthetisch hergestellte, systemisch wirkende Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Martin Sax, Pflanzenschutzberater und Vorstandsmitglied der Swiss Greenkeepers Association (SGA), erinnert sich: «Greenkeeper haben die gleichen Pflanzenschutzmittel gespritzt wie die Landwirte. Damals stand auf der Verpackung, wofür ein Mittel nicht eingesetzt werden darf, heute wird auf dem Etikett aufgelistet, für welchen Zweck das Mittel zugelassen ist.» Das Bundesamt für Landwirtschaft BLW hat auf seiner Website (psm.admin.ch) alle in der Schweiz zugelassenen Pflanzenschutzmittel gelistet, inklusive der Angabe wie, wo und mit welcher Dosis diese angewendet werden dürfen.

Die Natur rückt ins Zentrum
Mitte der 1990er-Jahre rückte der Schutz der Natur in den Fokus. Greenkeeper und Politik begannen sich Gedanken darüber zu machen, ob der bisherige Umgang mit Pflanzenschutzmitteln und damit auch der Umgang mit der Natur langfristig gut für den Golfplatz und die Umwelt ist. «Damals kamen die ersten Mittel zur Unterstützung und Stärkung der Pflanzen auf den Markt. Seither lautet das Ziel, möglichst starke Pflanzen auf unseren Golfanlangen zu haben. Wir kämpfen für starke Pflanzen, nicht mehr gegen Krankheiten», sagt Martin Sax. Auch der Düngereinsatz habe sich in den ersten beiden Jahrzehnten dieses Jahrhunderts massiv verändert, respektive verringert. «Auf rund ein Drittel der früher üblichen Menge», sagt Sax. Hätte man in den 1990er-Jahren noch 40 bis 42 Gramm Reinstickstoff pro Quadratmeter und Jahr auf den Greens ausgebracht, genügten heute 10 bis 15 Gramm – «dies aber nur in Kombination mit Pflanzenstärkungsmitteln». Dabei hat eine Wachablösung von synthetischen zu biologischen Nährstoffen stattgefunden.

Auch bei der Maschinentechnik tat sich zu Beginn des neuen Jahrtausends einiges. Als Meilensteine dürfen die Einführung der «Green Roller» (Grünbügler) und der ersten Schnellläufer der Aerifiziergeräte zu Beginn der 2000er-Jahre bezeichnet werden. Beide sorgten für massive Zeiteinsparungen im Greenkeeping: Das Walzen bzw. Glätten der Grüns ermöglicht es, diese nur jeden zweiten Tag zu mähen, ohne dass die Spielqualität leidet. Automatische Reinigungssysteme, Überdruckkabinen, Roboter zum Einsammeln von Range-Bällen und schliesslich auch Mährobotern ermöglichen ein effizienteres und zeitsparenderes Arbeiten. «Die immer zuverlässigere GPS-Technologie lässt Mähmaschinen ohne Fahrer in den Nachtstunden mähen. Die mit GPS überwachte Optimierung des Einsatzes jeder einzelnen Maschine auf der Golfanlage sowie die ebenfalls mit GPS überwachte Bodentemperatur und der Feuchtigkeitsgehalt in jedem Golfgrün – natürlich gekoppelt mit hochpräzisen Beregnungsanlagen – sind Errungenschaften unserer Zeit», schrieb Daniel Schlup (Toro Schweiz) 1997. Mitte der Nullerjahre begannen die ersten Golfanlagen in der Schweiz mit dem GPS-gesteuerten Düngen der Anlage. Dies ermöglicht einen äusserst präzisen, sparsamen und damit umweltfreundlichen Einsatz der Pflegemittel.
2017 präsentierte der Bund den Aktionsplan für Pflanzenschutzmittel mit dem Ziel, das Risiko bis 2027 um 50 Prozent. Swiss Golf formulierte im Jahr 2020 in der Verbandsstrategie «Golf Course 2030 Switzerland» das Ziel wie folgt: «2030: Die Schweizer Golfplatzbetreiber sind in der Lage, ohne synthetische Pestizide auszukommen.» Bis 2035 will der Golfsport in der Schweiz komplett CO2-neutral werden.


Fachwissen und Erfahrung bleiben unabdingbar
Wie das moderne Berufsbild eines Greenkeepers aussieht, erklärte Yannick Weber, Head Greenkeeper im Golf & Country Club Zürich, 2023 gegenüber dem Swiss Golf Magazin. «Mähen ist nur ein kleiner Teil unserer Arbeit – und der krönende Abschluss», so Weber. Die primäre Aufgabe des Greenkeepers ist es, einen Sportplatz zu bewirtschaften, der nicht nur aus kurz geschnittenen, intensiv gepflegten und damit täglich bearbeiteten Rasenflächen besteht, sondern auch aus extensiv genutzten Flächen. Letztere sind aus Sicht der Biodiversität sehr wertvoll und bedürfen zwar keiner täglichen, aber einer regelmässigen Pflege (Baumschnitt im Winter, Biotop- und Heckenpflege während des ganzen Jahres etc.).
Sportplatzpflege ist Bodenpflege. «Wir arbeiten von unten nach oben, das heisst wir beginnen bei der Drainage und arbeiten uns über das Wurzelsystem zur Pflanze vor.» In Arbeitsschritte zerlegt, geht es um Bodenbelüftung mit Tiefenlockerung, Bodenaustausch mit Hohlspoon-Aerifizierung, Kontrolle des organischen Materials (Filz) sowie Beobachtung der Witterung und des damit einhergehenden Krankheitsdrucks auf Rasengräser. Greenkeeper wirken dem entgegen, indem sie Populationen nützlicher Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze anlegen und vermehren. «Sind diese Mikroorganismen aktiv, werden bei der Platzpflege weniger Ressourcen – Dünger, Wasser, Pflanzenschutzmittel – benötigt.» An der Platzoberfläche angelangt, warten Bunkerpflege, Detailarbeiten (Sprinkler ausschneiden, Kanten trimmen, Grasflächen putzen), ehe mit dem Mähen begonnen wird.


Greenkeeper kümmern sich nicht nur um die Pflanzen auf der Anlage, auch das komplexe Be- und Entwässerungssystem liegt in ihrer Obhut. «Die Bewässerung ist heute meist digital gesteuert, aber der Mensch muss den Computer mit Daten füttern, damit die automatische Bewässerung effizient funktioniert», erklärt Weber. In den heissen Sommermonaten werden Greens und Abschläge zusätzlich von Hand gewässert – «das ist von der Manpower her zwar aufwändig, spart aber viel kostbares Wasser, indem die automatische Bewässerung reduziert werden kann». Auch die Pflege, Sanierung und Erweiterung des Drainagenetzes, das in feuchten Perioden Wasser von den Sportrasenflächen ableitet, obliegt dem Greenkeeping.
Am Zeitaufwand gemessen die zweitgrösste Sparte im Greenkeeping ist die Werkstatt; 15 Prozent der Arbeitsleistung werden hier erbracht. Angefangen beim Service und Unterhalt des Maschinenparks im Winter, über Reparaturen und kleinere Umbauten an Maschinen bis zum Schleifen der Messer während der Saison. Überraschend viel Zeit verschlingt auch die Büroarbeit – in Webers Team belief sich diese 2022 auf acht Prozent der Gesamtarbeitszeit. Dies, weil «die Digitalisierung eine regelmässige Datenerfassung erfordert».
Die Greenkeeper erfassen heute nicht nur sehr viele Daten, ihnen stehen auch immer mehr Daten zur Verfügung, die es im Auge zu behalten gilt und aus denen die richtigen Schlüsse gezogen und Massnahmen eingeleitet werden müssen. «Es braucht heute ein detaillierteres und besseres Wettermonitoring als noch vor 30 Jahren», sagt Johannes Vogt, Head Greenkeeper im Golf Club Klosters und von 2007 bis 2012 Präsident des Schweizer Greenkeeper Verbands SGA. Denn biologische Pflanzennährstoffe reagieren sensibler auf zu hohe bzw. zu tiefe Temperaturen, auf Trockenheit und Nässe.
Modernste Technologie kann das Greenkeeping unterstützen, die Erfahrung und das Fingerspitzengefühl eines guten (Head)Greenkeepers wird sie aber nie ersetzen können. Franco Castellanelli sagte nach seiner Pensionierung 1997: «Gräser sind sehr empfindliche Lebewesen.» Er habe von einem alten italienischen Greenkeeper die Regel gelernt, dass die Schnitthöhe der Greens nur alle zehn Tage um 0,2 mm vermindert werden dürfe. «Damit habe ich beste Erfahrungen gemacht. Viele andere Kniffs und Tricks habe ich über die Jahre selbst gelernt und sie teilweise auch meinem Nachfolger weitergegeben, falls dieser ein offenes Ohr dafür hatte.» Eine andere goldene Greenkeeper-Regel besagt, dass das Gras nur um einen Drittel seiner Gesamtlänge bzw. Gesamthöhe gestutzt werden darf, aber zwei Drittel der Graslänge stehen bleiben muss.
IGA – Die Schweiz als Dreh- und Angelpunkt
Die Geschichte des Greenkeepings in der Schweiz – und auf dem europäischen Festland – ist auch die Geschichte eines neuen Berufsstandes. Dass die Schweiz hinsichtlich Aus- und Weiterbildung der Greenkeeper in Europa eine Vorreiterrolle übernommen hat, ist einem Mann zu verdanken: Donald Leslie Harradine (1911–1996). Der Wahlschweizer baute nach Ende des 2. Weltkrieges in Europa viele Golfplätze und es war ihm ein grosses Anliegen, dass diese Anlagen fachkundig gepflegt wurden. Harradine erkannte früh, dass die Arbeit der Greenkeeper für eine Golfanlage von entscheidender Bedeutung ist. Ein schlecht gepflegter Platz senkt die Spielfreude der Golfspieler und mindert auch die Leistung eines Golfarchitekten, wenn beispielsweise Geländemodellierungen nach ihrem Bau nicht klar erkennbar sind. Harradine hatte die Greenkeeper immer aufgefordert, selbst Golf zu spielen und die Landeflächen der Bälle zu diskutieren. Ganz abgesehen davon war dies einer seiner Lieblingssätze: «Für einen Golfplatz geht Gefahr aus durch Wasser, Düngemittel und Clubvorstand.»

Da es in der Nachkriegszeit nicht möglich war, den Beruf des Greenkeepers an einer Schule zu erlernen, nahm Don Harradine die Ausbildung selber in die Hand und gründete am 25./26.10.1969 in Caslano (Tessin) die International Greenkeeper Association (IGA). Ihr gehörten Greenkeeper aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und Frankreich an. Die IGA war ein Verein nach Schweizer Recht und Don Harradine ihr erster Präsident. Gemeinsam mit seiner Gattin Babette Harradine organisierte er Aus- und Weiterbildungstagungen, Schulungen und Mitgliederversammlungen, an denen Greenkeeper aus vielen europäischen Ländern teilnahmen. In ihrer Blütezeit zählte die IGA über 500 Mitglieder und war für alle kontinentaleuropäischen Greenkeeper zuständig.
Ab 1970 gab die IGA dreimal pro Jahr ein Fachjournal, The International Greenkeeper, heraus. Dieses wurde 1998 durch das bis heute erscheinende Greenkeepers Journal abgelöst. Vom 6. bis 9. November 1970 fand in Caslano das erste als Weiterbildungsveranstaltung geltende Jahrestreffen der IGA statt. Auf dem Programm standen Vorträge und praktische Arbeit. Die 68 Teilnehmenden stammten aus Österreich, Deutschland, Italien, Jugoslawien, Frankreich und der Schweiz. Ein Jahr später wurde (ebenfalls in Caslano) der erste Greenkeeper-Lehrgang durchgeführt. Vom 4. bis 8. August 1975 fand in Regensburg (Deutschland) das erste Greenkeeper-Examen statt. In Anlehnung an die Examenverordnung des schottischen Greenkeeper-Vereins wurde eine praktische und theoretische Prüfung durchgeführt. Zwölf Greenkeeper aus vier Ländern durften ihr Diplom entgegennehmen. Erfolgreicher Teilnehmer aus der Schweiz war Jakob Kressig sen. vom Golf Club Bad Ragaz. Donald Harradine war einer von drei Lehrgangsleitern.
1980 erhielt die IGA erstmals die Gelegenheit in Papendal (Niederlande) einen Greenkeeperkurs durchzuführen. Als Novum wurde 1985 den Teilnehmenden des Lehrgangs das erste – 209 Seiten umfassende – Lehrbuch für Greenkeeper in einer deutschen Übersetzung abgegeben. Zu jedem der 30 Kapitel mussten die Absolventen die dazugehörenden Lehrbriefe beantworten; diese wurden benotet, und die qualifizierten Greenkeeper erhielten zum Abschluss ein «Certificate in Green-Keeping». Pierre Ambresin, Victor Haesler, François-Louis Rey, Bruno Edelmann, Josef Werlen und Rolf Ruchti waren in Papendal dabei und haben das Zertifikat erhalten.

Die von der IGA ausgerichteten Greenkeeperkurse waren ein grosser Erfolg, eine offizielle Anerkennung des Greenkeepers als Lehrberuf konnte damals aber noch nicht erreicht werden. Den Weg dazu ebnete die Zusammenarbeit mit der DEULA Rheinland in Kempen (Deutschland). Als die Landwirtschaftskammer Rheinland 1988 den Lehrgang sowie die Prüfungsunterlagen genehmigte, war dies der Durchbruch zu einer Berufsausbildung mit staatlich anerkanntem Abschluss. Im Februar 1989 begann der erste Lehrgang an der DEULA Rheinland. Beni Kreier vom Golf & Country Club Schönenberg durfte als erster Schweizer 1992 an der DEULA Rheinland sein Diplom als staatlich geprüfter Greenkeeper entgegennehmen.

Die IGA aber ging ihrem Ende entgegen. Nach dem Ausscheiden von Donald Harradine, der für die Übersetzungen zuständig war, führten Sprachprobleme dazu, dass an den IGA-Tagungen praktisch nur noch Greenkeeper aus deutschsprachigen Ländern teilnahmen. Greenkeeper und Anlagenbetreiber suchten nach Ausbildungsmöglichkeiten in ihren eigenen Ländern. Diese Entwicklung stellte die Aktivitäten der IGA infrage. Anlässlich der Tagung 1991 musste konstatiert werden, dass die österreichischen Greenkeeper ihren eigenen Verband gegründet hatten. 1993 zog Deutschland nach. Die IGA blieb zwar vorläufig noch bestehen, doch 1996 wurde in Interlaken die letzte IGA-Tagung mit Fachreferaten, Besichtigungen und der IGA-Golfmeisterschaft organisiert. Um das internationale Netzwerk weiter zu pflegen und den Wissensaustausch über die Staatsgrenzen hinweg aufrechtzuerhalten, lancierten die Greenkeeperverbände nach Rücksprache mit der Familie Harradine 1999 ein Golfturnier für ihre Mitglieder: die Donald Harradine Memorial Trophy. Diese fand fortan alternierend in einem der deutschsprachigen Länder und immer auf einem von Donald Harradine gebauten Platz statt. Das Einladungsturnier für Greenkeeper stiess auf Begeisterung und die Abende waren grossartige gesellschaftliche Events, ohne dass der Wissensaustausch zu kurz kam. Angesichts des Klimawandels und anderer Herausforderungen reichte es jedoch nicht mehr aus, gemeinsam Golf zu spielen.
Die erste Donald Harradine Memorial Trophy wurde 1999 in Seefeld (Österreich) ausgetragen, später waren unter anderem Interlaken, Lenzerheide, Bad Ragaz und Arosa Gastgeber dieses Turniers. Die letzte Donald Harradine Memorial Trophy wurde 2016 in Bad Kleinkirchheim (Österreich) gespielt, da für weitere Austragungen die Sponsorengelder fehlten. Das Planungsteam unter der Leitung von Peter Harradine arbeitet jedoch daran, das Turnier 2026 unter dem neuen Namen «Don Harradine Memorial» und unter der Schirmherrschaft der Federation of European Golf Greenkeepers (FEGGA) wieder aufleben zu lassen. Ziel dieses neuen Don Harradine Memorials ist es, neue Erkenntnisse bei der Pflege und dem Unterhalt von Golflandschaften – also von Intensiv- und Extensivflächen – zu vermitteln.


Die FEGGA wurde im März 1996 in Amsterdam (Niederlande) als gemeinnützige Organisation gegründet. Ihre Gründungsmitglieder kamen aus elf Nationen, darunter auch aus der Schweiz. Die Vereinigung dient den nationalen Greenkeeper-Verbänden als Kommunikationsplattform. Seit ihrer Gründung ist die FEGGA kontinuierlich gewachsen und spielt inzwischen eine zentrale Rolle in der Golfbranche. Sie unterstützt die Aus- und Weiterbildung der Greenkeeper und fördert die Akzeptanz des Berufsstandes in ganz Europa. Daneben setzt sich die FEGGA mit verschiedensten aktuellen Fragestellungen auseinander und vertritt die Interessen ihrer Mitglieder im Zusammenhang mit der Europäischen Gesetzgebung.

1991/1992: Die Swiss Greenkeepers Association entsteht
Bei der IGA-Tagung 1991 in Düsseldorf beauftragten die anwesenden Schweizer Greenkeeper Martin Gadient, Betriebsleiter im Golfclub Interlaken-Unterseen, mit Unterstützung von Gilbert Ayer Kontakt zum Vorstand der französischsprachigen Schweizer Greenkeeper-Vereinigung aufzunehmen und die Gründung eines gesamtschweizerischen Verbandes an die Hand zu nehmen. Der Einladung von Martin Gadient zur Gründungsversammlung (im Bahnhofbuffet Zürich) folgten am 3. März 1992 sieben Greenkeeper (Bruno Edelmann, Erwin Heim, Josef Ladner, Walter Lisibach, Andreas Regez, Rolf Ruchti, Josef Werlen) und zwei Gäste.
Inzwischen war bekannt geworden, dass die Greenkeeper der Westschweiz im November 1991 in Marseille einen Greenkeeperverband gegründet hatten. Aus der Überzeugung heraus, dass es trotz Sprachgrenze nur eine Greenkeeper-Organisation in der Schweiz geben sollte, wurde das Gespräch mit den welschen Kollegen gesucht. Die beiden Vorstände trafen sich am 23. März 1992 im Motel de la Gruyère zur Gründung des Schweizerischen Greenkeeperverbands. Dieser erhielt den Namen Swiss Greenkeeper’s Association (SGA). Anwesend waren bei dieser historischen Sitzung François-Louis Rey (Crans-sur-Sierre), Ian Tomlinson (Lausanne), Pierre Ambresin (Villars), Gilbert Ayer (Vertreter der Zulieferer), Martin Gadient (Interlaken-Unterseen), Erwin Heim (Bad Ragaz) und Sepp Werlen (Zumikon).
Es wurde vereinbart, dass die Sektionen die gleichen Vereinsstatuten haben sollten, bei der Programmgestaltung aber autonom sein würden. Mindestens einmal pro Jahr sollten sich die Vorstände treffen und einer der beiden Sektionspräsidenten sollte jeweils die Rolle des Zentralpräsidenten übernehmen und somit die SGA gegen aussen repräsentieren. Als erster Zentralpräsident wurde Martin Gadient gewählt, François-Louis Rey (heute Ehrenpräsident der SGA) folgte ihm nach. Beide präsidierten bis 2004 die Sektionen der Deutschschweiz bzw. der Romandie und blieben so lange auch an der Spitze des gesamtschweizerischen Verbands. Das Zentralpräsidium wechselte periodisch zwischen der Romandie und der Deutschschweiz.

Erfreuliche Entwicklung
Die SGA entwickelt sich erfreulich, Ende 1993 waren schweizweit bereits 39 Greenkeeper als Aktivmitglieder eingeschrieben und 27 der 45 Golfclubs unterstützten den Verband. Die erste gemeinsame Veranstaltung der beiden Sektionen war die erste «Greenkeeping», die am 12. April 1994 bei misslichem Wetter auf dem Golfplatz in Interlaken-Unterseen stattgefunden hat. Bei diesem Ausstellungstag konnten rund 200 Besucher die Angebote von etwa 15 Firmen kennenlernen – ein Erfolg für Greenkeeper und Firmen. Diese Veranstaltung findet bis heute alle zwei Jahre statt und erfreut sich grosser Beliebtheit. Seit 2004 wird die «Greenkeeping» nicht mehr auf einem Golfplatz, sondern in den Hallen des Messezentrums Thun-Expo durchgeführt. Mittlerweile nutzen etwa 35 Firmen diese Möglichkeit, um sich rund 350 Besuchern vorzustellen.
Am 27. Oktober 1994 wurde die Mitgliederversammlung der SGA Deutschschweiz erstmals mit einem Ausbildungstag verbunden. Dies war die Geburtsstunde der bis heute praktizierten und äussert erfolgreichen Herbsttagung. Der Verband wuchs weiter. 1999 zählte die SGA 90 Aktivmitglieder. Auch in der Romandie entwickelte sich der Verband erfreulich. Die Mitglieder nahmen jedes Jahr an Seminaren teil, um ihre Ausbildung zu vervollständigen, und alle Mitglieder sind Abonnenten von Fachzeitschriften – heute beispielsweise das Green Magazin – und Fachbüchern. Das Buch von Alain Dehaye über Rasen-Krankheiten ist «Pflichtlektüre» für jeden Greenkeeper in der Romandie. Die französischsprachige Sektion stand von Anfang an in Kontakt mit Personen, die im Bereich Greenkeeping (beispielsweise die Schulen von Neuvic-Dünkirchen) und Grünflächen tätig sind. Von 11 Mitgliedern im Jahr 1991 erhöhte sich die Zahl der Westschweizer Mitglieder innert fünf Jahren auf 43. Beim 25-Jahr-Jubiläum 2017 waren es rund 90 Mitglieder. Bemerkenswert ist, dass alle Golfclubs der Westschweiz und des Kantons Tessin den Verband stets unterstützten, was in der Deutschschweiz nicht der Fall war.

1998 erweisen sich die Westschweizer als Vorreiter in Sachen Weiterbildung. François-Louis Rey, Jean-Bernard Mittaz und Pierre Ambresin erlangten 2002 das Zertifikat «Golf Course Superintendent» des GTC (Greenkeepers’ Training Committee). 2003 reiste dieses Trio nach Manchester, wo sie vom Ausbildungschef des GTC, David Golding, und dem FEGGA-Vorsitzenden Dean Cleaver als Gutachter anerkannt wurden.
Stabsübergaben
Mit den Rücktritten von Präsident Martin Gadient und Aktuar Carlos Lang im Jahr 2004 ging in der Deutschschweiz eine Ära zu Ende. Gadient hatte die notwendige Professionalität in den Verband gebracht. Sein Nachfolger wurde Ruedi Eberle, Betriebsleiter und Head Greenkeeper im Golf Gonten Appenzell. Er blieb bis 2007 im Amt, dann übernahm Johannes Vogt (Golf Club Klosters) das Präsidium. Er stand dem Verband bis 2012 vor. Als Meilensteine in seiner aktiven Zeit erlebte er die beiden Donald Harradine Memorial Trophies, die er 2008 in Bad Ragaz und 2012 in Arosa mit über 130 Greenkeepern und Gästen aus acht Ländern ausrichtete. Krönender Abschluss seiner Amtszeit war jedoch die FEGGA-Konferenz 2013, die sein Team in Zürich organisieren durfte.
Auch in der Romandie kam es 2004 zu einer Stabübergabe: François-Louis Rey (Superintendent GC Crans sur Sierre, später in Ascona), trat als Präsident der Westschweizer Sektion wie auch des gesamtschweizerischen Verbands zurück. In seiner aktiven Präsidentschaft hatte er verschiedene Seminare zur Ausbildung von Head Greenkeepern, Mechanikern und Gärtnern organisiert und sich stets dafür eingesetzt, dass die Ausbildung in allen Bereichen der Golfplatzverwaltung Priorität erhält. Pierre Ambresin (Superintendent im GC Villars, später in Montreux) übernahm für die folgenden fünf Jahre die Ämter des Zentralpräsidenten, des Schatzmeisters und des Präsidenten der Sektion Romandie. Er engagierte sich seit der Gründung des Verbands in der Ausbildung und bei der Organisation der jährlichen Greenkeeper-Meisterschaften. 1998 vertrat Ambresin die Schweiz beim grossen internationalen Match-Play-Turnier der Greenkeeper, dem Hayter Ltd. International Cup Contacts, in Atlanta (USA). Dieses Turnier wird im Ryder-Cup-Format gespielt, bei dem die Greenkeeper des amerikanischen Kontinents gegen die Greenkeeper des «Rest der Welt» antreten. Von 2008 bis 2012 präsididerte Renato Milani (Head Greenkeeper im GC Verbier) die Sektion Romandie und verwaltete die Finanzen der Zentralkasse.

In der Deutschschweiz übergab Johannes Vogt nach fünf erfolgreichen Präsidialjahren 2012 das Präsidium an Marcel Siegfried (GC Bad Ragaz). Im gleichen Jahr übernahm in der Westschweiz Norbert Daverat (GCC Neuchâtel) den Vorsitz und sowie das Amt des Zentralpräsidenten. Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums der SGA sagte Siegfried: «Die Greenkeeper in der Schweiz haben ein neues Selbstbewusstsein entwickelt und werden heute als kompetente Fachleute und Ansprechpartner geschätzt.» Im Herbst 2017 übergab Siegfried das Präsidium an Pascal Guyot, Head Greenkeeper im Golfpark Moossee. Dieser blieb der ebenfalls für fünf Jahre im Amt und übergab im Herbst 2022 an Lukas Andreossi, Head Greenkeeper im Golf Trainings-Park Augwil.
Seit 2010 sucht die SGA die Zusammenarbeit mit ihren Berufskollegen aus dem Fussballbereich. Die Herausforderungen auf Golf- und Fussballplätzen sind ähnlich: An beiden Orten müssen Gräser gepflegt werden. Martin Sax hat diese Zusammenarbeit während seiner Zeit im SGA-Vorstand (2010–2022) stark gefördert. Inzwischen sind diverse Fussballstadien (Zürich, Basel, Luzern, St. Gallen) sowie örtliche Fussballanlagen bzw. deren Greenkeeper/Platzwarte Mitglied in der SGA.
Inzwischen sind die Greenkeeper auch beim Dachverband Swiss Golf gut eingebunden und seit der Gründung der Kommission Nachhaltigkeit in dieser vertreten: Seit 2018 durch Franziska Iten, Head Greenkeeper im Golfclub Entfelden, seit 2022 durch Yannick Weber, Course Manager im Golf & Country Club Zürich-Zumikon.

Zusammenschluss im Jahr 2025
2025 wurden die Strukturen der Swiss Greenkeeper’s Association so angepasst, dass die beiden Sektionen zu einem Verband verschmolzen und beide Sprachen (Deutsch und Französisch) im Vorstand nahezu gleichstark vertreten sind. Präsidiert wird der gesamtschweizerische Verband von Lukas Andreossi (Stand: August 2025). Als Vizepräsident amtet Laurent Liatard, Head Greenkeeper im Golf Club de Lausanne und Mitglied der Swiss-Golf-Arbeitsgruppe nachhaltiges Rasenmanagement.
Für das Greenkeeping in der Schweiz stellt dieser Zusammenschluss einen kulturellen Wendepunkt dar. Nachdem die SGA 33 Jahre zuvor von West- und Deutschschweizern gemeinsam gegründet worden war, sich dann aber organisatorisch auseinanderentwickelt hatte, erfolgte nun eine Vereinigung. Diese wird das Greenkeeping in der Schweiz gesamthaft stärken. Im ersten Quartal 2025 konnten SGA und Swiss Golf eine Leistungsvereinbarung unterzeichnen: Der Dachverband stellt finanzielle Mittel für die Aus- und Weiterbildung der Greenkeeper zur Verfügung, die Greenkeeper bringen im Gegenzug ihr Fachwissen in die Kommission Nachhaltigkeit sowie in die Arbeitsgruppen von Swiss Golf mit ein. Darüber hinaus hat die SGA die Weichen zur Professionalisierung gestellt und 2025 die SANU (Schweizerische Ausbildungsstätte für Natur- und Umweltschutz) mit der Führung der SGA-Geschäftsstelle mandatiert.

Zentrales Thema Aus- und Weiterbildung
In der Jubiläumsschrift zu 25 Jahre SGA formulierte Peter Harradine, Golfplatzarchitekt und Sohn von Donald Harradine, eindrückliche Grussworte: «Die Ausbildungsmöglichkeiten für Greenkeeper sind die entscheidende Basis, dass dieser Berufsstand glaubwürdig ist und bleibt. Lange Zeit wurden die Greenkeeper im europäischen Raum von den Vorständen der Golfclubs unterdrückt. Es war und ist schwierig, das Wissen der Greenkeeper den Vorständen zu vermitteln.»
Die Aus- und Weiterbildung der Greenkeeper war für die SGA stets ein prioritäres Anliegen. Bereits beim ersten Treffen des Zentralvorstandes 1992 regte Ian Tomlinson (Head Greenkeeper im Golf Club de Lausanne) an, für die langjährigen Schweizer Mitarbeiter auf den Golfplätzen ein offizielles Zertifikat zu schaffen. Auch ausländische Golfplatzarbeiter hatten bei einer Rückkehr in ihre Heimat keinen Nachweis für ihre jahrelange Tätigkeit auf Schweizer Golfanlagen. Die SGA beschloss, sich an der britischen Ausbildung, dem Greenkeepers Training Committee (GTC), zu orientieren, da diese sich hauptsächlich auf die praktischen Tätigkeiten fokussierte und nur wenig Theorie und Schulbesuche vorsah. 1996 empfing die SGA David Golding (Direktor des britischen GTC), der die Zertifizierung des Schweizer Ausbildungsprogramms durch das GTC bestätigte. Dies war wichtig, denn nur so konnte erreicht werden, dass auch die ASG, (Association Suisse de Golf) die Verbandsaus- und -weiterbildung anerkannte und unterstützte. Mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW wurde ein kompetenter Partner gefunden. Gilbert Ayer (Chef des Ausbildungskomitees) war damals massgeblich an der Erarbeitung des Lehrplanes beteiligt. Diese Ausbildung wurde bis 2014 beibehalten und dann durch eine in Zusammenarbeit mit JardinSuisses entwickelte Ausbildung ersetzt.
Das oberste Ziel der SGA war immer, dass die Aus- und Weiterbildung an anerkannten Schulen stattfindet. So wurden viele Schweizer Greenkeeper an der DEULA Rheinland und durch die Association Française des Personnels d’Entretien des Terrains de Golf (AGREF) ausgebildet.

Meilensteine in der Berufsbildung
Im Herbst 1994 führte die SGA unter der Leitung von Bruno Edelmann die erste Weiterbildung zum Thema Holzhauerei, Grundregeln, Hilfsmittel, Motorsägekenntnis und Unfallverhütung durch. 38 Greenkeeper aus der deutschsprachigen Schweiz nahmen an dieser Tagung auf dem Golfplatz des OSGC Niederbüren teil.
Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL setzte 1993 drei neue Verordnungen in Kraft. Die Fachbewilligung für die Verwendung von Pflanzenbehandlungsmitteln musste somit von jedem Head Greenkeeper der Schweiz durch eine Prüfung erlangt werden. Die SGA organisierte 1995 in Zusammenarbeit mit der SANU (sanu future learning ag) einen speziellen Lehrgang für Head Greenkeeper in deutscher und französischer Sprache mit abschliessender Prüfung. 22 Teilnehmer erhielten die «Fachbewilligung Spezialbereiche» (Art. 45 der Verordnung über umweltgefährdende Stoffe). Als das BUWAL im November 1995 die an der DEULA Rheinland durch Teilnehmende aus der Schweiz abgelegte Prüfung Internationaler Pflanzenschutz-Sachkundenachweis anerkannte, geschah dies mit rückwirkender Wirkung ab 1990.
1996 wurde Bruno Edelmann als erster Schweizer Head Greenkeeper von der DEULA Rheinland als Prüfer einberufen und von der Landwirtschaftskammer Rheinland in den Prüfungsausschuss für die Fortbildungsprüfung zum Geprüften Greenkeeper-Fachagrarwirt für Golfplatzpflege gewählt.
1997 wurde an der DEULA Bayern in Freising der erste Greenkeeper aus der Schweiz zur Prüfung als Fachagrarwirt Golfplatzpflege zugelassen. Am 22. April 1997 startete die erste Ausbildung zum Erwerb des «Certificate in Greenkeeping» der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil. Das neue Zertifikat in Golf-Greenkeeping wurde von der SGA, dem GTC und der ASG ausgestellt und anerkannt. Anlässlich der Herbsttagung vom 22. Oktober 1998 in Merlischachen konnten die ersten sieben Schweizer Verbandszertifikate überreicht werden. Die Westschweizer Sektion organisierte ihre Ausbildung nach dem gleichen GTC-Programm und überreichte 1998 ebenfalls Diplome. Viele Greenkeeper nutzten die Gelegenheit zur Ausbildung in der Schweiz. Das Bedürfnis nach einem anerkannten Beruf in der Schweiz wuchs und so wurden neue Strukturen erarbeitet.
Im Winter 2000/2001 startete die DEULA Bayern die erste Fortbildung zum staatlich geprüften Course Manager / Head Greenkeeper; 2003 konnte mit Claudio Valaulta (Domat/Ems) der erste Schweizer an der DEULA Rheinland sein Abschlusszeugnis in Empfang nehmen.
Ende 2003 traf sich eine Delegation der SGA unter der Leitung des Thuner Golfplatzarchitekten Erich Steiner mit David Golding (GTC) und Dean Cleaver (FEGGA) in Manchester (Grossbritannien). Zur Diskussion stand die Übersetzung des Britischen Standards der Greenkeeper-Ausbildung Stufe 3. Jean-Bernard Mittaz, François-Louis Rey und Pierre Ambresin wurden vom GTC als Prüfungsexperten ernannt.

2004 beschloss der SGA-Vorstand, das gesamte GTC-Handbuch erneut auf Deutsch und Französisch zu übersetzen; ab 2005 wurde das Lehrmittel an der ZHAW angewandt. In der Zwischenzeit klärte der Vorstand der SGA in Zusammenarbeit mit Erich Steiner die verschiedenen Möglichkeiten einer Weiterentwicklung der Greenkeeper-Ausbildung in der Schweiz ab. Neue Head-Greenkeeper-Kurse mit dem Schwerpunkt Führung wurden angeboten. Die Erarbeitung und Schaffung eines offiziell eingetragenen Berufs mit Lehre erwies sich jedoch als schwierig und wurde von den Mitgliedern an der Herbsttagung 2008 verworfen. Man entschied sich, einen Weg zusammen mit JardinSuisse (Stufe Berufsprüfung Obergärtner) einzuschlagen.
2012 wurden nach über 15 Jahren nationaler Greenkeeper-Ausbildung von den SGA-Prüfungsexperten die letzten Ausbildungskandidaten bei ihrer praktischen Arbeit geprüft und es wurde ihnen ihr «Certificate in Greenkeeping» überreicht. Von 1996 bis 2012 haben über 200 Kursteilnehmer aus der deutschsprachigen Schweiz die Unterrichtsmodule besucht, 41 Greenkeeper wurden zertifiziert.
Im August 2013 startete der erste Lehrgang mit knapp 20 Teilnehmern an der Kantonalen Gartenbauschule Oeschberg (Bern) und am Landwirtschaftlichen Institut Grangeneuve (Fribourg). Im Frühjahr 2014 konnte den ersten Absolventen den eidgenössischem Fachausweis «Obergärtner – Golf- und Sportrasenspezialist» in Empfang nehmen. Die Absolventen erhielten je nach besuchten Modulen das Verbandszertifikat «Head Greenkeeper» oder «Greenkeeper».
2014 konnte Franziska Iten (Golfclub Entfelden) als erste Frau aus der Schweiz an der DEULA Rheinland die Urkunde als Geprüfte Head Greenkeeperin entgegennehmen.
Der Versuch, im Rahmen der Obergärtner-Weiterbildung von JardinSuisse eine Ausbildung zum Golf- und Sportrasenspezialist zu etablieren, wurde mit der Anpassung an die neue Bildungsverordnung des Bundes 2015 abrupt unterbrochen. Ab August 2017 wurden an verschiedenen Schweizer Institutionen Module und Kurse zur Berufsprüfung, Obergärtner/-in mit eidg. Fachausweis angeboten. Bestandteil dieser Weiterbildung sind die zwei Wahlmodule Golfrasen und Sportrasen.
Eine Ausbildungskommission (bestehend aus Erich Affentranger, Martin Sax, Erich Steiner, Martin Rinderknecht, Markus Weibel, Niklaus Schwarz) erarbeitete in den Jahren 2017/18 neue, immer noch existierende Ausbildungen für Greenkeeper und Head Greenkeeper. Gleichzeitig wurde das «Kompetenzzentrum Greenkeeping» gegründet.
Seit 2018 bietet das Kompetenzzentrum Greenkeeping Schweiz im Bildungszentrum Gärtner JardinSuisse Zürich (BZG) in Pfäffikon ZH und an der Landwirtschaftsschule von Grangeneuve FR die beiden Module Golf- und Sportrasen an. Sie sind staatlich anerkannt und staatlich mitfinanziert. Teilnehmende können den Lehrgang entweder gesamthaft bis zum Abschluss Greenkeeper Golfrasen bzw. Sportrasenspezialist besuchen, oder aber im ersten Schritt den Titel Greenkeeper Assistant erreichen. Die Ausbildung wird von zahlreichen Verbänden und Gruppierung getragen (SGA, VSSG, Swiss Football, PGA, ASGI etc) und erfreut sich daher hoher Anerkennung. Der jüngste Lehrgang ist im Sommer 2025 mit 14 Teilnehmenden gestartet.
Den Abschluss als Head Greenkeeper kann man seit 2022 (endlich) auch in der Schweiz erreichen: Mit innovativer Unterrichtsformen im BZG Pfäffikon werden die Teilnehmenden individuell und von hochkarätigen Dozenten begleitet. Der Lehrgang kann berufsbegleitend absolviert werden und dauert rund ein Jahr.

Donald Leslie Harradine wurde 1911 in Enfield (London, GB) geboren und wuchs bei seiner Mutter und seinem Stiefvater Albert Hockey auf, der im Kaufhaus Harrods eine der wohl ersten Indoor-Golfschulen betrieben und «Golfstöcke» hergestellt hatte. Bis zu seinem 18. Lebensjahr trug «Don» den Familiennamen seines Stiefvaters. Er interessierte sich bereits in jungen Jahren für Golfarchitektur und setzte sich intensiv mit Golfliteratur auseinander. Don Harradine war Scratch-Golfer.
Weil er in England keine Anstellung im Umfeld des Golfspiels finden konnte, zog Hockey in den Zwanzigerjahren mitsamt Familie auf den Kontinent. Zuvor hatte er in Bad Ragaz den Auftrag erhalten, die bestehenden 4 Löcher zu einem echten 9-Loch-Platz auszubauen. Dort befasste sich der damals 14-jährige Donald Harradine als Adlatus seines Stiefvaters erstmals unmittelbar mit der Golfplatzarchitektur. Noch während der Bauphase des Ragazer Parcours kehrte Hockey nach London zurück, Harradine blieb alleine in der Schweiz und gründete 1929 gründete sein Unternehmen Harradine Golf.

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs zog Harradine nach Bern, wo er für die britische Botschaft tätig war und seine Sprachkenntnisse einsetzen konnte. Zusätzlich war er auch Greenkeeper, Pro und Caddiemaster im Golfclub Bern, dessen Platz damals am Gurten gelegen war. Harradine war ein guter Skifahrer, am Skilift lernte er die Bernerin Babette Schletti kennen. Die beiden heirateten, gründeten eine Familie und spannten auch beruflich zusammen. Babette Harradine wurde «Managerin» ihres Mannes, der nur durch ihr Engagement seine Planungsaufträge im In- und Ausland betreuen konnte. Bis 1948 lebte die junge Familie in Bern, dann erreichte Donald Harradine ein Angebot aus Lugano und die Familie übersiedelte nach Caslano. Bis heute ist der Ort im Tessin die «home base» von Harradine Golf. Heute führen Sohn Peter Harradine (*1945) und Enkel Michael Harradine (*1983) das Unternehmen weiter.
Obwohl er fliessend Schweizerdeutsch sprach, hat Donald Harradine die Schweizer Staatsbürgerschaft nie beantragt. «Er wollte kein ‘Papierli Schweizer’ werden, sondern ist stolz Engländer geblieben bis zu seinem Tod am 26. September 1996 in Caslano. Mein Vater war der einzige ‘Fremde’ in unserer Familie», erzählt sein Sohn Peter Harradine heute lachend.
Don Harradine zeichnete und baute weltweit 107 Golfplätze, 17 davon in der Schweiz. Dazu kommen sechs Anlagen in der Schweiz, die lediglich geplant und nie realisiert wurden – «in diese Kategorie gehört auch das Projekt in Balzers, Fürstentum Liechtenstein», sagte Donald Harradine 1994 in einem Interview mit Verleger Frank P. van Eck.

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