Greenkeeping – von der Sense zum Mähroboter
In den Anfängen des Golfsports in der Schweiz ging es im Greenkeeping darum, auf Weideland den Rasen so kurz zu schneiden, dass geputtet werden konnte. Heute ist Greenkeeper ein anerkannter Beruf, der weit mehr umfasst als Rasen mähen und Bunker sauber halten. Im dritten Jahrtausend sind Greenkeeper verantwortlich für die Balance zwischen Natur, Geschäft und dem Vergnügen des Golfers.
Ohne Greenkeeper kein Golfplatz. So wichtig die Fachleute für Golfplatzpflege für unseren Sport sind, so wenig drängen sie in den Vordergrund. Ihre Arbeit findet selten im Blickfeld der Golfenden, sondern häufig am frühen Morgen und gegen Abend statt. In den Annalen von Golfclubs sind die Namen der Präsidenten und Captains fein säuberlich gelistet, und es findet sich noch so manche Turnierrangliste aus den Gründungsjahren. Hinweise auf Greenkeeper sind jedoch spärlich.
Pferde, Schafe und Fronarbeit
In der Alpine Post vom 1. August 1891 stand über den ersten Golfplatz der Schweiz, jenen in St. Moritz, zu lesen: «Auf die perfekte Pflege des Grüns wurde die denkbar grösste Sorgfalt verwendet. Es wurde gut gewalzt, das Gras kurz geschnitten. Da jedoch auf den zahlreichen Plätzen, auf denen demnächst geputtet werden soll, vor kurzem noch Heu wuchs, kann hier momentan noch nichts Weltbewegendes erwartet werden.» Wenige Tage später wurde der Engadine Golf Club gegründet sowie ein Vorstand und ein Unterausschuss für den Platz gewählt. Letzterer kümmerte sich darum, dass «das Grün gemäht und Fahnen aufgestellt werden». Vier Jahre später wurde im Zusammenhang mit der 3. Engadine Amateur Open «die hervorragende Arbeit des Platzwartes Sabatelli» erwähnt.
Die Anfangsjahre des Golfsports in der Schweiz waren geprägt von Fronarbeit der Vorstandsmitglieder. In Samedan war Dr. John F. Patterson während der ersten 30 Jahre (!) des Bestehens der 18-Loch-Anlage für den Platz verantwortlich. Von 1911 bis 1917 amtete er zudem als Präsident.
Für die Ausführung der körperlich anstrengenden Arbeiten auf Golfplätzen wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts jeweils lokale Arbeitskräfte hinzugezogen. In der Geschichte des Golf Club Bad Ragaz ist für den Zeitraum um 1930 vermerkt: «Die Bad- und Kuranstalten stellten einen Golfpro an. Er erteilte nicht nur Golfunterricht… Zwei unter seiner Aufsicht stehende Platzarbeiter scheinen für die Platzpflege genügt zu haben.»

In der Biografie über den Golfplatzarchitekten und Vater der Greenkeeper-Ausbildung in Kontinentaleuropa, Donald Harradine, gibt Götz Mecklenburg einen Einblick in die Golfplatzpflege zu Beginn des 20. Jahrhunderts: «Die Mähmaschinen für Fairways wurden von Pferden gezogen, die Lederschuhe trugen, um Verletzungen der Grasnarbe zu vermeiden. Die Greens dagegen mähte man mit handgeführten Spindelmähern, die zunächst nur einen Motorantrieb für das Mähwerk bekommen hatten, aber noch geschoben werden mussten. Es gab für alle Unterhaltsmassnahmen Maschinen und Geräte, die jedoch erheblichen körperlichen Einsatz verlangten.»
Die ersten Rasenmäher mit Benzinmotor
Die Erfindung des Rasenmähers wird Edwin Budding, einem englischen Textilingenieur, zugeschrieben. Das erste Modell mit Benzinmotor kam bereits 1914 auf den Markt. Budding meldete seinen Spindelmäher am 31. August 1930 zum Patent an. In den Folgejahren wurden die ersten Aufsitzmotormäher entwickelt. 1949 wurden in Hannover (Deutschland) die ersten Prototypen von Sichelmähern gezeigt, die jedoch erst Mitte der 1950er-Jahre in Serie produziert wurden. In den 1990er-Jahren kamen die ersten Rasenmähroboter auf den Markt und seit den 2020er-Jahren werden diese vermehrt auch auf Golfanlagen eingesetzt.
Beim Bau und der Pflege der ersten Golfanlagen der Schweiz zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereiteten die Rasenmäher den Verantwortlichen allerdings weniger Kopfzerbrechen als die Gräser. «Ein Problem war die Saatgutgewinnung; erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen Saatgutmischungen für unterschiedliche Einsatzgebiete in den Handel. Gleichzeitig begann man, Rasenflächen zu bewässern und verstärkt mit organischem Material zu düngen», schreibt Mecklenburg in der Harradine-Biografie. Diese Aussagen beziehen sich allerdings auf Grossbritannien, in Kontinentaleuropa hinkte man hinsichtlich Golfplatzpflege und Greenkeeping deutlich hinterher.
Wie pragmatisch man dieses Thema in der Schweiz im Jahr 1900 anging, zeigt der folgende Auszug aus der von Urs Zaugg verfassten Geschichte des Golfclub Interlaken-Unterseen: «Die neben dem Golfspiel hergehende landwirtschaftliche Nutzung wurde dem Landwirt Hans Roth mit der Bedingung übertragen, das Gras auf rationelle Weise, d.h. durch eine Schafherde, stets ‘nieder zu halten’.»

Die Greenkeeper kommen, die Sensen bleiben
Die Nachkriegszeit brachte Bewegung in die Schweizer Golfszene und einen Wandel in der Golfplatzpflege. In Kontinentaleuropa engagierten die Golfclubs die ersten Greenkeeper. Meist waren es «Selfmade»-Greenkeeper oder ehemalige Landwirte, die ihr Feld für den Golfsport zur Verfügung stellten und sich um die Pflege des Platzes kümmerten. Mit regelmässigem Rasenmähen und ab und zu etwas Dünger und Wasser konnten Mitte des 20. Jahrhunderts drei Personen einen 18-Loch-Platz pflegen. Nur wenige, meist renommierte Golfclubs, leisteten sich einen gut ausgebildeten angelsächsischen bzw. amerikanischen Greenkeeper.
In der von Hans Danuser verfassten Chronik des Golf Club Arosa ist nachzulesen, dass im Mai 1946 der erste Golf-Vorarbeiter, «Golf-Keeper genannt», für die fünf Sommermonate angestellt wurde. Es war der Aroser Walter Scheuber. Er erhielt einen Lohn von 650 Franken pro Monat bei einer Arbeitszeit von zehn Stunden am Tag. Donald Harradine hatte den 9-Loch-Platz geplant und auch dessen Bau überwacht; Scheuber wurde ihm unterstellt. Den Aroser Greenkeepern liess Harradine viel Freiheit und schenkte ihnen Vertrauen. Er brachte den Golfarbeitern lediglich die notwendigen Richtlinien bei, nach denen sie arbeiten sollten. Für die Bewässerung der Greens kam anfänglich eine 40 Liter fassende Milchtanse zum Einsatz, mit der Wasser zu den Greens 2, 4, 5 und 7 befördert wurde. Ab 1960 konnte in Arosa dann motorisiert gemäht werden, ab 1965 stand auch eine Motor-Greenmähmaschine zur Verfügung.

Franco Castelanelli, von 1951 bis 1997 Head Greenkeeper im Lucerne Golf Club, erinnert sich in der von Martin Holz verfassten Clubchronik zum 100-Jahr-Jubiläum 2003: «Ich kam 1951, 19-jährig, nach Luzern, wo mein Vater ein Jahr zuvor das Amt des Greenkeepers übernommen hatte. Von ihm lernte ich in den folgenden zehn Jahren das Handwerk der Golfplatzpflege. Wir waren drei Arbeiter auf dem Platz, mehr konnte sich der Club damals nicht leisten.» Zu dritt hätten sie in einem Zimmer im Clubhaus geschlafen. «An der Pflege des Golfplatzes hat sich in den 46 Jahren meiner Arbeit als Greenkeeper grundsätzlich wenig geändert. Schon damals wurden Greens und Fairways mehrmals pro Woche gemäht, regelmässig gedüngt, bewässert und aerifiziert. Alles knochenharte Arbeit. Die einzig motorisierte Maschine war ein Traktor, mit welchem wir die Fairways mähten. Für die Greens und Roughs dagegen hatten wir während Jahren nur Handmäher und Sensen.» Konnte wegen Regens einige Tage nicht gemäht werden, «musste als zusätzliche Zugkraft ein zweiter Arbeiter mit einem Seil vor den Handmäher gespannt werden». Die Bewässerung der Greens erfolgte auf dem Dietschiberg bis in die 1970er-Jahre von Hand mit der Giesskanne.
Die Aroser Clubchronik gibt Einblick in den Maschinenpark der frühen Jahre: «Die ersten Maschinen, die der Pflege des Platzes dienten, besassen keine Motoren … Die Greenmähmaschine beispielsweise war ein Stossschneider von 60 cm Breite. Er glich motorlosen Rasenmähern der Neuzeit. Mit einem Stossschneider mussten auch die Spielbahnen gemäht werden.» Dazu findet sich eine wunderbare Anekdote aus dem Jahr 1958, die der damalige Greenkeeper Godi Lanz erzählte: «Zum Schneiden der neunten Bahn brauchten wir zwei Stunden. Der Aroser Student Hansjörg Zinsli stiess in seinen Ferien den Mäher rennend über die Bahnen. Dies gehörte zu seinem Langlauftraining für den kommenden Winter.»


In Donald Harradines Biografie finden sich Notizen zum Greenkeeping im Zeitraum zwischen 1948 und 1972. Der Golfplatzarchitekt war in Caslano (Tessin) ansässig geworden und damit beauftragt, den 9-Loch-Platz von Lugano zu leiten sowie die Anlage um neun Löcher zu erweitern. Götz Mecklenburg schreibt über jene Zeit: «Auch Probleme im Greenkeeping gehörten zum Alltag und mussten gelöst werden. Als auf den Greens die Hirse begann Überhand zu nehmen, engagierte Don eine Frauenbrigade, die die Hirse in mühsamer Handarbeit beseitigte. Seine Gattin Babette hatte es ein wenig besser, sie durfte mit einem alten Traktor, dessen Kühlwasser ungefähr alle zehn Minuten nachgefüllt werden musste, die Fairways mähen.»
Mehr Maschinen, immer höhere Ansprüche
Ab den 1960er-Jahren kamen immer mehr Maschinen zum Einsatz, die die Arbeit der Greenkeeper erleichterten. Dies war mit hohen Investitionskosten und entsprechendem Platzbedarf im Werkhof verbunden. Beim Neubau des Golfplatzes schaffte der Golfclub Interlaken-Unterseen 1966 folgenden Maschinenpark an: einen Gruppenrasenmäher der Marke «Ransomes», ein Motorrasenmäher «Ransomes» Modell «Auto-Certes» und einen Motorrasenmäher «Locke» für die Vorgreens. Kostenpunkt: 45'695 Franken. Zwanzig Jahre später wurde ein neuer Werkhof erstellt, da im alten zu wenig Platz war, «für die grosse Anzahl von teuren Maschinen, nötig für den Unterhalt der Fairways, der Greens, der Bunker usw.», heisst es in der Club-Chronik. Es war die Zeit Mitte/Ende der 1980er-Jahre, als viele Schweizer Golfclubs ihre Werkhöfe erweiterten, um die teuren Maschinen geschützt unterzubringen und Platz für die Wartung zu schaffen.

Franco Castelanelli erinnert sich an die späten Jahre seiner Tätigkeit auf dem Dietschiberg: «In den letzten Jahren ist die Arbeit dank der vielen neuen Maschinen körperlich nicht mehr so anstrengend gewesen. Die Arbeitszeit hat sich dadurch aber kaum verkürzt, da immer höhere Anforderungen an den Zustand des Platzes gestellt wurden. Was uns die neuen komfortablen Maschinen und ausgeklügelten Dünger zudem weiterhin nicht bieten können, ist eine Garantie für perfekte Greens und Fairways. Auch wenn die Dünger heute anhand von regelmässigen Analysen der Bodenproben genau auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden, bleibt der richtige Zeitpunkt des Düngens weiterhin der entscheidende Faktor und damit auch ein wenig Glückssache.»
Bis in die 1990er-Jahre hinein wurden in der Schweiz relativ bedenkenlos synthetisch hergestellte, systemisch wirkende Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Martin Sax, Pflanzenschutzberater und Vorstandsmitglied der Swiss Greenkeepers Association (SGA), erinnert sich: «Greenkeeper haben die gleichen Pflanzenschutzmittel gespritzt wie die Landwirte. Damals stand auf der Verpackung, wofür ein Mittel nicht eingesetzt werden darf, heute wird auf dem Etikett aufgelistet, für welchen Zweck das Mittel zugelassen ist.» Das Bundesamt für Landwirtschaft BLW hat auf seiner Website (psm.admin.ch) alle in der Schweiz zugelassenen Pflanzenschutzmittel gelistet, inklusive der Angabe wie, wo und mit welcher Dosis diese angewendet werden dürfen.

Die Natur rückt ins Zentrum
Mitte der 1990er-Jahre rückte der Schutz der Natur in den Fokus. Greenkeeper und Politik begannen sich Gedanken darüber zu machen, ob der bisherige Umgang mit Pflanzenschutzmitteln und damit auch der Umgang mit der Natur langfristig gut für den Golfplatz und die Umwelt ist. «Damals kamen die ersten Mittel zur Unterstützung und Stärkung der Pflanzen auf den Markt. Seither lautet das Ziel, möglichst starke Pflanzen auf unseren Golfanlangen zu haben. Wir kämpfen für starke Pflanzen, nicht mehr gegen Krankheiten», sagt Martin Sax. Auch der Düngereinsatz habe sich in den ersten beiden Jahrzehnten dieses Jahrhunderts massiv verändert, respektive verringert. «Auf rund ein Drittel der früher üblichen Menge», sagt Sax. Hätte man in den 1990er-Jahren noch 40 bis 42 Gramm Reinstickstoff pro Quadratmeter und Jahr auf den Greens ausgebracht, genügten heute 10 bis 15 Gramm – «dies aber nur in Kombination mit Pflanzenstärkungsmitteln». Dabei hat eine Wachablösung von synthetischen zu biologischen Nährstoffen stattgefunden.

Auch bei der Maschinentechnik tat sich zu Beginn des neuen Jahrtausends einiges. Als Meilensteine dürfen die Einführung der «Green Roller» (Grünbügler) und der ersten Schnellläufer der Aerifiziergeräte zu Beginn der 2000er-Jahre bezeichnet werden. Beide sorgten für massive Zeiteinsparungen im Greenkeeping: Das Walzen bzw. Glätten der Grüns ermöglicht es, diese nur jeden zweiten Tag zu mähen, ohne dass die Spielqualität leidet. Automatische Reinigungssysteme, Überdruckkabinen, Roboter zum Einsammeln von Range-Bällen und schliesslich auch Mährobotern ermöglichen ein effizienteres und zeitsparenderes Arbeiten. «Die immer zuverlässigere GPS-Technologie lässt Mähmaschinen ohne Fahrer in den Nachtstunden mähen. Die mit GPS überwachte Optimierung des Einsatzes jeder einzelnen Maschine auf der Golfanlage sowie die ebenfalls mit GPS überwachte Bodentemperatur und der Feuchtigkeitsgehalt in jedem Golfgrün – natürlich gekoppelt mit hochpräzisen Beregnungsanlagen – sind Errungenschaften unserer Zeit», schrieb Daniel Schlup (Toro Schweiz) 1997. Mitte der Nullerjahre begannen die ersten Golfanlagen in der Schweiz mit dem GPS-gesteuerten Düngen der Anlage. Dies ermöglicht einen äusserst präzisen, sparsamen und damit umweltfreundlichen Einsatz der Pflegemittel.
2017 präsentierte der Bund den Aktionsplan für Pflanzenschutzmittel mit dem Ziel, das Risiko bis 2027 um 50 Prozent. Swiss Golf formulierte im Jahr 2020 in der Verbandsstrategie «Golf Course 2030 Switzerland» das Ziel wie folgt: «2030: Die Schweizer Golfplatzbetreiber sind in der Lage, ohne synthetische Pestizide auszukommen.» Bis 2035 will der Golfsport in der Schweiz komplett CO2-neutral werden.


Fachwissen und Erfahrung bleiben unabdingbar
Wie das moderne Berufsbild eines Greenkeepers aussieht, erklärte Yannick Weber, Head Greenkeeper im Golf & Country Club Zürich, 2023 gegenüber dem Swiss Golf Magazin. «Mähen ist nur ein kleiner Teil unserer Arbeit – und der krönende Abschluss», so Weber. Die primäre Aufgabe des Greenkeepers ist es, einen Sportplatz zu bewirtschaften, der nicht nur aus kurz geschnittenen, intensiv gepflegten und damit täglich bearbeiteten Rasenflächen besteht, sondern auch aus extensiv genutzten Flächen. Letztere sind aus Sicht der Biodiversität sehr wertvoll und bedürfen zwar keiner täglichen, aber einer regelmässigen Pflege (Baumschnitt im Winter, Biotop- und Heckenpflege während des ganzen Jahres etc.).
Sportplatzpflege ist Bodenpflege. «Wir arbeiten von unten nach oben, das heisst wir beginnen bei der Drainage und arbeiten uns über das Wurzelsystem zur Pflanze vor.» In Arbeitsschritte zerlegt, geht es um Bodenbelüftung mit Tiefenlockerung, Bodenaustausch mit Hohlspoon-Aerifizierung, Kontrolle des organischen Materials (Filz) sowie Beobachtung der Witterung und des damit einhergehenden Krankheitsdrucks auf Rasengräser. Greenkeeper wirken dem entgegen, indem sie Populationen nützlicher Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze anlegen und vermehren. «Sind diese Mikroorganismen aktiv, werden bei der Platzpflege weniger Ressourcen – Dünger, Wasser, Pflanzenschutzmittel – benötigt.» An der Platzoberfläche angelangt, warten Bunkerpflege, Detailarbeiten (Sprinkler ausschneiden, Kanten trimmen, Grasflächen putzen), ehe mit dem Mähen begonnen wird.


Greenkeeper kümmern sich nicht nur um die Pflanzen auf der Anlage, auch das komplexe Be- und Entwässerungssystem liegt in ihrer Obhut. «Die Bewässerung ist heute meist digital gesteuert, aber der Mensch muss den Computer mit Daten füttern, damit die automatische Bewässerung effizient funktioniert», erklärt Weber. In den heissen Sommermonaten werden Greens und Abschläge zusätzlich von Hand gewässert – «das ist von der Manpower her zwar aufwändig, spart aber viel kostbares Wasser, indem die automatische Bewässerung reduziert werden kann». Auch die Pflege, Sanierung und Erweiterung des Drainagenetzes, das in feuchten Perioden Wasser von den Sportrasenflächen ableitet, obliegt dem Greenkeeping.
Am Zeitaufwand gemessen die zweitgrösste Sparte im Greenkeeping ist die Werkstatt; 15 Prozent der Arbeitsleistung werden hier erbracht. Angefangen beim Service und Unterhalt des Maschinenparks im Winter, über Reparaturen und kleinere Umbauten an Maschinen bis zum Schleifen der Messer während der Saison. Überraschend viel Zeit verschlingt auch die Büroarbeit – in Webers Team belief sich diese 2022 auf acht Prozent der Gesamtarbeitszeit. Dies, weil «die Digitalisierung eine regelmässige Datenerfassung erfordert».
Die Greenkeeper erfassen heute nicht nur sehr viele Daten, ihnen stehen auch immer mehr Daten zur Verfügung, die es im Auge zu behalten gilt und aus denen die richtigen Schlüsse gezogen und Massnahmen eingeleitet werden müssen. «Es braucht heute ein detaillierteres und besseres Wettermonitoring als noch vor 30 Jahren», sagt Johannes Vogt, Head Greenkeeper im Golf Club Klosters und von 2007 bis 2012 Präsident des Schweizer Greenkeeper Verbands SGA. Denn biologische Pflanzennährstoffe reagieren sensibler auf zu hohe bzw. zu tiefe Temperaturen, auf Trockenheit und Nässe.
Modernste Technologie kann das Greenkeeping unterstützen, die Erfahrung und das Fingerspitzengefühl eines guten (Head)Greenkeepers wird sie aber nie ersetzen können. Franco Castellanelli sagte nach seiner Pensionierung 1997: «Gräser sind sehr empfindliche Lebewesen.» Er habe von einem alten italienischen Greenkeeper die Regel gelernt, dass die Schnitthöhe der Greens nur alle zehn Tage um 0,2 mm vermindert werden dürfe. «Damit habe ich beste Erfahrungen gemacht. Viele andere Kniffs und Tricks habe ich über die Jahre selbst gelernt und sie teilweise auch meinem Nachfolger weitergegeben, falls dieser ein offenes Ohr dafür hatte.» Eine andere goldene Greenkeeper-Regel besagt, dass das Gras nur um einen Drittel seiner Gesamtlänge bzw. Gesamthöhe gestutzt werden darf, aber zwei Drittel der Graslänge stehen bleiben muss.
IGA – Die Schweiz als Dreh- und Angelpunkt
Die Geschichte des Greenkeepings in der Schweiz – und auf dem europäischen Festland – ist auch die Geschichte eines neuen Berufsstandes. Dass die Schweiz hinsichtlich Aus- und Weiterbildung der Greenkeeper in Europa eine Vorreiterrolle übernommen hat, ist einem Mann zu verdanken: Donald Leslie Harradine (1911–1996). Der Wahlschweizer baute nach Ende des 2. Weltkrieges in Europa viele Golfplätze und es war ihm ein grosses Anliegen, dass diese Anlagen fachkundig gepflegt wurden. Harradine erkannte früh, dass die Arbeit der Greenkeeper für eine Golfanlage von entscheidender Bedeutung ist. Ein schlecht gepflegter Platz senkt die Spielfreude der Golfspieler und mindert auch die Leistung eines Golfarchitekten, wenn beispielsweise Geländemodellierungen nach ihrem Bau nicht klar erkennbar sind. Harradine hatte die Greenkeeper immer aufgefordert, selbst Golf zu spielen und die Landeflächen der Bälle zu diskutieren. Ganz abgesehen davon war dies einer seiner Lieblingssätze: «Für einen Golfplatz geht Gefahr aus durch Wasser, Düngemittel und Clubvorstand.»

Da es in der Nachkriegszeit nicht möglich war, den Beruf des Greenkeepers an einer Schule zu erlernen, nahm Don Harradine die Ausbildung selber in die Hand und gründete am 25./26.10.1969 in Caslano (Tessin) die International Greenkeeper Association (IGA). Ihr gehörten Greenkeeper aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und Frankreich an. Die IGA war ein Verein nach Schweizer Recht und Don Harradine ihr erster Präsident. Gemeinsam mit seiner Gattin Babette Harradine organisierte er Aus- und Weiterbildungstagungen, Schulungen und Mitgliederversammlungen, an denen Greenkeeper aus vielen europäischen Ländern teilnahmen. In ihrer Blütezeit zählte die IGA über 500 Mitglieder und war für alle kontinentaleuropäischen Greenkeeper zuständig.
Ab 1970 gab die IGA dreimal pro Jahr ein Fachjournal, The International Greenkeeper, heraus. Dieses wurde 1998 durch das bis heute erscheinende Greenkeepers Journal abgelöst. Vom 6. bis 9. November 1970 fand in Caslano das erste als Weiterbildungsveranstaltung geltende Jahrestreffen der IGA statt. Auf dem Programm standen Vorträge und praktische Arbeit. Die 68 Teilnehmenden stammten aus Österreich, Deutschland, Italien, Jugoslawien, Frankreich und der Schweiz. Ein Jahr später wurde (ebenfalls in Caslano) der erste Greenkeeper-Lehrgang durchgeführt. Vom 4. bis 8. August 1975 fand in Regensburg (Deutschland) das erste Greenkeeper-Examen statt. In Anlehnung an die Examenverordnung des schottischen Greenkeeper-Vereins wurde eine praktische und theoretische Prüfung durchgeführt. Zwölf Greenkeeper aus vier Ländern durften ihr Diplom entgegennehmen. Erfolgreicher Teilnehmer aus der Schweiz war Jakob Kressig sen. vom Golf Club Bad Ragaz. Donald Harradine war einer von drei Lehrgangsleitern.
1980 erhielt die IGA erstmals die Gelegenheit in Papendal (Niederlande) einen Greenkeeperkurs durchzuführen. Als Novum wurde 1985 den Teilnehmenden des Lehrgangs das erste – 209 Seiten umfassende – Lehrbuch für Greenkeeper in einer deutschen Übersetzung abgegeben. Zu jedem der 30 Kapitel mussten die Absolventen die dazugehörenden Lehrbriefe beantworten; diese wurden benotet, und die qualifizierten Greenkeeper erhielten zum Abschluss ein «Certificate in Green-Keeping». Pierre Ambresin, Victor Haesler, François-Louis Rey, Bruno Edelmann, Josef Werlen und Rolf Ruchti waren in Papendal dabei und haben das Zertifikat erhalten.

Die von der IGA ausgerichteten Greenkeeperkurse waren ein grosser Erfolg, eine offizielle Anerkennung des Greenkeepers als Lehrberuf konnte damals aber noch nicht erreicht werden. Den Weg dazu ebnete die Zusammenarbeit mit der DEULA Rheinland in Kempen (Deutschland). Als die Landwirtschaftskammer Rheinland 1988 den Lehrgang sowie die Prüfungsunterlagen genehmigte, war dies der Durchbruch zu einer Berufsausbildung mit staatlich anerkanntem Abschluss. Im Februar 1989 begann der erste Lehrgang an der DEULA Rheinland. Beni Kreier vom Golf & Country Club Schönenberg durfte als erster Schweizer 1992 an der DEULA Rheinland sein Diplom als staatlich geprüfter Greenkeeper entgegennehmen.

Die IGA aber ging ihrem Ende entgegen. Nach dem Ausscheiden von Donald Harradine, der für die Übersetzungen zuständig war, führten Sprachprobleme dazu, dass an den IGA-Tagungen praktisch nur noch Greenkeeper aus deutschsprachigen Ländern teilnahmen. Greenkeeper und Anlagenbetreiber suchten nach Ausbildungsmöglichkeiten in ihren eigenen Ländern. Diese Entwicklung stellte die Aktivitäten der IGA infrage. Anlässlich der Tagung 1991 musste konstatiert werden, dass die österreichischen Greenkeeper ihren eigenen Verband gegründet hatten. 1993 zog Deutschland nach. Die IGA blieb zwar vorläufig noch bestehen, doch 1996 wurde in Interlaken die letzte IGA-Tagung mit Fachreferaten, Besichtigungen und der IGA-Golfmeisterschaft organisiert. Um das internationale Netzwerk weiter zu pflegen und den Wissensaustausch über die Staatsgrenzen hinweg aufrechtzuerhalten, lancierten die Greenkeeperverbände nach Rücksprache mit der Familie Harradine 1999 ein Golfturnier für ihre Mitglieder: die Donald Harradine Memorial Trophy. Diese fand fortan alternierend in einem der deutschsprachigen Länder und immer auf einem von Donald Harradine gebauten Platz statt. Das Einladungsturnier für Greenkeeper stiess auf Begeisterung und die Abende waren grossartige gesellschaftliche Events, ohne dass der Wissensaustausch zu kurz kam. Angesichts des Klimawandels und anderer Herausforderungen reichte es jedoch nicht mehr aus, gemeinsam Golf zu spielen.
Die erste Donald Harradine Memorial Trophy wurde 1999 in Seefeld (Österreich) ausgetragen, später waren unter anderem Interlaken, Lenzerheide, Bad Ragaz und Arosa Gastgeber dieses Turniers. Die letzte Donald Harradine Memorial Trophy wurde 2016 in Bad Kleinkirchheim (Österreich) gespielt, da für weitere Austragungen die Sponsorengelder fehlten. Das Planungsteam unter der Leitung von Peter Harradine arbeitet jedoch daran, das Turnier 2026 unter dem neuen Namen «Don Harradine Memorial» und unter der Schirmherrschaft der Federation of European Golf Greenkeepers (FEGGA) wieder aufleben zu lassen. Ziel dieses neuen Don Harradine Memorials ist es, neue Erkenntnisse bei der Pflege und dem Unterhalt von Golflandschaften – also von Intensiv- und Extensivflächen – zu vermitteln.


Die FEGGA wurde im März 1996 in Amsterdam (Niederlande) als gemeinnützige Organisation gegründet. Ihre Gründungsmitglieder kamen aus elf Nationen, darunter auch aus der Schweiz. Die Vereinigung dient den nationalen Greenkeeper-Verbänden als Kommunikationsplattform. Seit ihrer Gründung ist die FEGGA kontinuierlich gewachsen und spielt inzwischen eine zentrale Rolle in der Golfbranche. Sie unterstützt die Aus- und Weiterbildung der Greenkeeper und fördert die Akzeptanz des Berufsstandes in ganz Europa. Daneben setzt sich die FEGGA mit verschiedensten aktuellen Fragestellungen auseinander und vertritt die Interessen ihrer Mitglieder im Zusammenhang mit der Europäischen Gesetzgebung.

1991/1992: Die Swiss Greenkeepers Association entsteht
Bei der IGA-Tagung 1991 in Düsseldorf beauftragten die anwesenden Schweizer Greenkeeper Martin Gadient, Betriebsleiter im Golfclub Interlaken-Unterseen, mit Unterstützung von Gilbert Ayer Kontakt zum Vorstand der französischsprachigen Schweizer Greenkeeper-Vereinigung aufzunehmen und die Gründung eines gesamtschweizerischen Verbandes an die Hand zu nehmen. Der Einladung von Martin Gadient zur Gründungsversammlung (im Bahnhofbuffet Zürich) folgten am 3. März 1992 sieben Greenkeeper (Bruno Edelmann, Erwin Heim, Josef Ladner, Walter Lisibach, Andreas Regez, Rolf Ruchti, Josef Werlen) und zwei Gäste.
Inzwischen war bekannt geworden, dass die Greenkeeper der Westschweiz im November 1991 in Marseille einen Greenkeeperverband gegründet hatten. Aus der Überzeugung heraus, dass es trotz Sprachgrenze nur eine Greenkeeper-Organisation in der Schweiz geben sollte, wurde das Gespräch mit den welschen Kollegen gesucht. Die beiden Vorstände trafen sich am 23. März 1992 im Motel de la Gruyère zur Gründung des Schweizerischen Greenkeeperverbands. Dieser erhielt den Namen Swiss Greenkeeper’s Association (SGA). Anwesend waren bei dieser historischen Sitzung François-Louis Rey (Crans-sur-Sierre), Ian Tomlinson (Lausanne), Pierre Ambresin (Villars), Gilbert Ayer (Vertreter der Zulieferer), Martin Gadient (Interlaken-Unterseen), Erwin Heim (Bad Ragaz) und Sepp Werlen (Zumikon).
Es wurde vereinbart, dass die Sektionen die gleichen Vereinsstatuten haben sollten, bei der Programmgestaltung aber autonom sein würden. Mindestens einmal pro Jahr sollten sich die Vorstände treffen und einer der beiden Sektionspräsidenten sollte jeweils die Rolle des Zentralpräsidenten übernehmen und somit die SGA gegen aussen repräsentieren. Als erster Zentralpräsident wurde Martin Gadient gewählt, François-Louis Rey (heute Ehrenpräsident der SGA) folgte ihm nach. Beide präsidierten bis 2004 die Sektionen der Deutschschweiz bzw. der Romandie und blieben so lange auch an der Spitze des gesamtschweizerischen Verbands. Das Zentralpräsidium wechselte periodisch zwischen der Romandie und der Deutschschweiz.

Erfreuliche Entwicklung
Die SGA entwickelt sich erfreulich, Ende 1993 waren schweizweit bereits 39 Greenkeeper als Aktivmitglieder eingeschrieben und 27 der 45 Golfclubs unterstützten den Verband. Die erste gemeinsame Veranstaltung der beiden Sektionen war die erste «Greenkeeping», die am 12. April 1994 bei misslichem Wetter auf dem Golfplatz in Interlaken-Unterseen stattgefunden hat. Bei diesem Ausstellungstag konnten rund 200 Besucher die Angebote von etwa 15 Firmen kennenlernen – ein Erfolg für Greenkeeper und Firmen. Diese Veranstaltung findet bis heute alle zwei Jahre statt und erfreut sich grosser Beliebtheit. Seit 2004 wird die «Greenkeeping» nicht mehr auf einem Golfplatz, sondern in den Hallen des Messezentrums Thun-Expo durchgeführt. Mittlerweile nutzen etwa 35 Firmen diese Möglichkeit, um sich rund 350 Besuchern vorzustellen.
Am 27. Oktober 1994 wurde die Mitgliederversammlung der SGA Deutschschweiz erstmals mit einem Ausbildungstag verbunden. Dies war die Geburtsstunde der bis heute praktizierten und äussert erfolgreichen Herbsttagung. Der Verband wuchs weiter. 1999 zählte die SGA 90 Aktivmitglieder. Auch in der Romandie entwickelte sich der Verband erfreulich. Die Mitglieder nahmen jedes Jahr an Seminaren teil, um ihre Ausbildung zu vervollständigen, und alle Mitglieder sind Abonnenten von Fachzeitschriften – heute beispielsweise das Green Magazin – und Fachbüchern. Das Buch von Alain Dehaye über Rasen-Krankheiten ist «Pflichtlektüre» für jeden Greenkeeper in der Romandie. Die französischsprachige Sektion stand von Anfang an in Kontakt mit Personen, die im Bereich Greenkeeping (beispielsweise die Schulen von Neuvic-Dünkirchen) und Grünflächen tätig sind. Von 11 Mitgliedern im Jahr 1991 erhöhte sich die Zahl der Westschweizer Mitglieder innert fünf Jahren auf 43. Beim 25-Jahr-Jubiläum 2017 waren es rund 90 Mitglieder. Bemerkenswert ist, dass alle Golfclubs der Westschweiz und des Kantons Tessin den Verband stets unterstützten, was in der Deutschschweiz nicht der Fall war.

1998 erweisen sich die Westschweizer als Vorreiter in Sachen Weiterbildung. François-Louis Rey, Jean-Bernard Mittaz und Pierre Ambresin erlangten 2002 das Zertifikat «Golf Course Superintendent» des GTC (Greenkeepers’ Training Committee). 2003 reiste dieses Trio nach Manchester, wo sie vom Ausbildungschef des GTC, David Golding, und dem FEGGA-Vorsitzenden Dean Cleaver als Gutachter anerkannt wurden.
Stabsübergaben
Mit den Rücktritten von Präsident Martin Gadient und Aktuar Carlos Lang im Jahr 2004 ging in der Deutschschweiz eine Ära zu Ende. Gadient hatte die notwendige Professionalität in den Verband gebracht. Sein Nachfolger wurde Ruedi Eberle, Betriebsleiter und Head Greenkeeper im Golf Gonten Appenzell. Er blieb bis 2007 im Amt, dann übernahm Johannes Vogt (Golf Club Klosters) das Präsidium. Er stand dem Verband bis 2012 vor. Als Meilensteine in seiner aktiven Zeit erlebte er die beiden Donald Harradine Memorial Trophies, die er 2008 in Bad Ragaz und 2012 in Arosa mit über 130 Greenkeepern und Gästen aus acht Ländern ausrichtete. Krönender Abschluss seiner Amtszeit war jedoch die FEGGA-Konferenz 2013, die sein Team in Zürich organisieren durfte.
Auch in der Romandie kam es 2004 zu einer Stabübergabe: François-Louis Rey (Superintendent GC Crans sur Sierre, später in Ascona), trat als Präsident der Westschweizer Sektion wie auch des gesamtschweizerischen Verbands zurück. In seiner aktiven Präsidentschaft hatte er verschiedene Seminare zur Ausbildung von Head Greenkeepern, Mechanikern und Gärtnern organisiert und sich stets dafür eingesetzt, dass die Ausbildung in allen Bereichen der Golfplatzverwaltung Priorität erhält. Pierre Ambresin (Superintendent im GC Villars, später in Montreux) übernahm für die folgenden fünf Jahre die Ämter des Zentralpräsidenten, des Schatzmeisters und des Präsidenten der Sektion Romandie. Er engagierte sich seit der Gründung des Verbands in der Ausbildung und bei der Organisation der jährlichen Greenkeeper-Meisterschaften. 1998 vertrat Ambresin die Schweiz beim grossen internationalen Match-Play-Turnier der Greenkeeper, dem Hayter Ltd. International Cup Contacts, in Atlanta (USA). Dieses Turnier wird im Ryder-Cup-Format gespielt, bei dem die Greenkeeper des amerikanischen Kontinents gegen die Greenkeeper des «Rest der Welt» antreten. Von 2008 bis 2012 präsididerte Renato Milani (Head Greenkeeper im GC Verbier) die Sektion Romandie und verwaltete die Finanzen der Zentralkasse.

In der Deutschschweiz übergab Johannes Vogt nach fünf erfolgreichen Präsidialjahren 2012 das Präsidium an Marcel Siegfried (GC Bad Ragaz). Im gleichen Jahr übernahm in der Westschweiz Norbert Daverat (GCC Neuchâtel) den Vorsitz und sowie das Amt des Zentralpräsidenten. Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums der SGA sagte Siegfried: «Die Greenkeeper in der Schweiz haben ein neues Selbstbewusstsein entwickelt und werden heute als kompetente Fachleute und Ansprechpartner geschätzt.» Im Herbst 2017 übergab Siegfried das Präsidium an Pascal Guyot, Head Greenkeeper im Golfpark Moossee. Dieser blieb der ebenfalls für fünf Jahre im Amt und übergab im Herbst 2022 an Lukas Andreossi, Head Greenkeeper im Golf Trainings-Park Augwil.
Seit 2010 sucht die SGA die Zusammenarbeit mit ihren Berufskollegen aus dem Fussballbereich. Die Herausforderungen auf Golf- und Fussballplätzen sind ähnlich: An beiden Orten müssen Gräser gepflegt werden. Martin Sax hat diese Zusammenarbeit während seiner Zeit im SGA-Vorstand (2010–2022) stark gefördert. Inzwischen sind diverse Fussballstadien (Zürich, Basel, Luzern, St. Gallen) sowie örtliche Fussballanlagen bzw. deren Greenkeeper/Platzwarte Mitglied in der SGA.
Inzwischen sind die Greenkeeper auch beim Dachverband Swiss Golf gut eingebunden und seit der Gründung der Kommission Nachhaltigkeit in dieser vertreten: Seit 2018 durch Franziska Iten, Head Greenkeeper im Golfclub Entfelden, seit 2022 durch Yannick Weber, Course Manager im Golf & Country Club Zürich-Zumikon.

Zusammenschluss im Jahr 2025
2025 wurden die Strukturen der Swiss Greenkeeper’s Association so angepasst, dass die beiden Sektionen zu einem Verband verschmolzen und beide Sprachen (Deutsch und Französisch) im Vorstand nahezu gleichstark vertreten sind. Präsidiert wird der gesamtschweizerische Verband von Lukas Andreossi (Stand: August 2025). Als Vizepräsident amtet Laurent Liatard, Head Greenkeeper im Golf Club de Lausanne und Mitglied der Swiss-Golf-Arbeitsgruppe nachhaltiges Rasenmanagement.
Für das Greenkeeping in der Schweiz stellt dieser Zusammenschluss einen kulturellen Wendepunkt dar. Nachdem die SGA 33 Jahre zuvor von West- und Deutschschweizern gemeinsam gegründet worden war, sich dann aber organisatorisch auseinanderentwickelt hatte, erfolgte nun eine Vereinigung. Diese wird das Greenkeeping in der Schweiz gesamthaft stärken. Im ersten Quartal 2025 konnten SGA und Swiss Golf eine Leistungsvereinbarung unterzeichnen: Der Dachverband stellt finanzielle Mittel für die Aus- und Weiterbildung der Greenkeeper zur Verfügung, die Greenkeeper bringen im Gegenzug ihr Fachwissen in die Kommission Nachhaltigkeit sowie in die Arbeitsgruppen von Swiss Golf mit ein. Darüber hinaus hat die SGA die Weichen zur Professionalisierung gestellt und 2025 die SANU (Schweizerische Ausbildungsstätte für Natur- und Umweltschutz) mit der Führung der SGA-Geschäftsstelle mandatiert.

Zentrales Thema Aus- und Weiterbildung
In der Jubiläumsschrift zu 25 Jahre SGA formulierte Peter Harradine, Golfplatzarchitekt und Sohn von Donald Harradine, eindrückliche Grussworte: «Die Ausbildungsmöglichkeiten für Greenkeeper sind die entscheidende Basis, dass dieser Berufsstand glaubwürdig ist und bleibt. Lange Zeit wurden die Greenkeeper im europäischen Raum von den Vorständen der Golfclubs unterdrückt. Es war und ist schwierig, das Wissen der Greenkeeper den Vorständen zu vermitteln.»
Die Aus- und Weiterbildung der Greenkeeper war für die SGA stets ein prioritäres Anliegen. Bereits beim ersten Treffen des Zentralvorstandes 1992 regte Ian Tomlinson (Head Greenkeeper im Golf Club de Lausanne) an, für die langjährigen Schweizer Mitarbeiter auf den Golfplätzen ein offizielles Zertifikat zu schaffen. Auch ausländische Golfplatzarbeiter hatten bei einer Rückkehr in ihre Heimat keinen Nachweis für ihre jahrelange Tätigkeit auf Schweizer Golfanlagen. Die SGA beschloss, sich an der britischen Ausbildung, dem Greenkeepers Training Committee (GTC), zu orientieren, da diese sich hauptsächlich auf die praktischen Tätigkeiten fokussierte und nur wenig Theorie und Schulbesuche vorsah. 1996 empfing die SGA David Golding (Direktor des britischen GTC), der die Zertifizierung des Schweizer Ausbildungsprogramms durch das GTC bestätigte. Dies war wichtig, denn nur so konnte erreicht werden, dass auch die ASG, (Association Suisse de Golf) die Verbandsaus- und -weiterbildung anerkannte und unterstützte. Mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW wurde ein kompetenter Partner gefunden. Gilbert Ayer (Chef des Ausbildungskomitees) war damals massgeblich an der Erarbeitung des Lehrplanes beteiligt. Diese Ausbildung wurde bis 2014 beibehalten und dann durch eine in Zusammenarbeit mit JardinSuisses entwickelte Ausbildung ersetzt.
Das oberste Ziel der SGA war immer, dass die Aus- und Weiterbildung an anerkannten Schulen stattfindet. So wurden viele Schweizer Greenkeeper an der DEULA Rheinland und durch die Association Française des Personnels d’Entretien des Terrains de Golf (AGREF) ausgebildet.

Meilensteine in der Berufsbildung
Im Herbst 1994 führte die SGA unter der Leitung von Bruno Edelmann die erste Weiterbildung zum Thema Holzhauerei, Grundregeln, Hilfsmittel, Motorsägekenntnis und Unfallverhütung durch. 38 Greenkeeper aus der deutschsprachigen Schweiz nahmen an dieser Tagung auf dem Golfplatz des OSGC Niederbüren teil.
Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL setzte 1993 drei neue Verordnungen in Kraft. Die Fachbewilligung für die Verwendung von Pflanzenbehandlungsmitteln musste somit von jedem Head Greenkeeper der Schweiz durch eine Prüfung erlangt werden. Die SGA organisierte 1995 in Zusammenarbeit mit der SANU (sanu future learning ag) einen speziellen Lehrgang für Head Greenkeeper in deutscher und französischer Sprache mit abschliessender Prüfung. 22 Teilnehmer erhielten die «Fachbewilligung Spezialbereiche» (Art. 45 der Verordnung über umweltgefährdende Stoffe). Als das BUWAL im November 1995 die an der DEULA Rheinland durch Teilnehmende aus der Schweiz abgelegte Prüfung Internationaler Pflanzenschutz-Sachkundenachweis anerkannte, geschah dies mit rückwirkender Wirkung ab 1990.
1996 wurde Bruno Edelmann als erster Schweizer Head Greenkeeper von der DEULA Rheinland als Prüfer einberufen und von der Landwirtschaftskammer Rheinland in den Prüfungsausschuss für die Fortbildungsprüfung zum Geprüften Greenkeeper-Fachagrarwirt für Golfplatzpflege gewählt.
1997 wurde an der DEULA Bayern in Freising der erste Greenkeeper aus der Schweiz zur Prüfung als Fachagrarwirt Golfplatzpflege zugelassen. Am 22. April 1997 startete die erste Ausbildung zum Erwerb des «Certificate in Greenkeeping» der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil. Das neue Zertifikat in Golf-Greenkeeping wurde von der SGA, dem GTC und der ASG ausgestellt und anerkannt. Anlässlich der Herbsttagung vom 22. Oktober 1998 in Merlischachen konnten die ersten sieben Schweizer Verbandszertifikate überreicht werden. Die Westschweizer Sektion organisierte ihre Ausbildung nach dem gleichen GTC-Programm und überreichte 1998 ebenfalls Diplome. Viele Greenkeeper nutzten die Gelegenheit zur Ausbildung in der Schweiz. Das Bedürfnis nach einem anerkannten Beruf in der Schweiz wuchs und so wurden neue Strukturen erarbeitet.
Im Winter 2000/2001 startete die DEULA Bayern die erste Fortbildung zum staatlich geprüften Course Manager / Head Greenkeeper; 2003 konnte mit Claudio Valaulta (Domat/Ems) der erste Schweizer an der DEULA Rheinland sein Abschlusszeugnis in Empfang nehmen.
Ende 2003 traf sich eine Delegation der SGA unter der Leitung des Thuner Golfplatzarchitekten Erich Steiner mit David Golding (GTC) und Dean Cleaver (FEGGA) in Manchester (Grossbritannien). Zur Diskussion stand die Übersetzung des Britischen Standards der Greenkeeper-Ausbildung Stufe 3. Jean-Bernard Mittaz, François-Louis Rey und Pierre Ambresin wurden vom GTC als Prüfungsexperten ernannt.

2004 beschloss der SGA-Vorstand, das gesamte GTC-Handbuch erneut auf Deutsch und Französisch zu übersetzen; ab 2005 wurde das Lehrmittel an der ZHAW angewandt. In der Zwischenzeit klärte der Vorstand der SGA in Zusammenarbeit mit Erich Steiner die verschiedenen Möglichkeiten einer Weiterentwicklung der Greenkeeper-Ausbildung in der Schweiz ab. Neue Head-Greenkeeper-Kurse mit dem Schwerpunkt Führung wurden angeboten. Die Erarbeitung und Schaffung eines offiziell eingetragenen Berufs mit Lehre erwies sich jedoch als schwierig und wurde von den Mitgliedern an der Herbsttagung 2008 verworfen. Man entschied sich, einen Weg zusammen mit JardinSuisse (Stufe Berufsprüfung Obergärtner) einzuschlagen.
2012 wurden nach über 15 Jahren nationaler Greenkeeper-Ausbildung von den SGA-Prüfungsexperten die letzten Ausbildungskandidaten bei ihrer praktischen Arbeit geprüft und es wurde ihnen ihr «Certificate in Greenkeeping» überreicht. Von 1996 bis 2012 haben über 200 Kursteilnehmer aus der deutschsprachigen Schweiz die Unterrichtsmodule besucht, 41 Greenkeeper wurden zertifiziert.
Im August 2013 startete der erste Lehrgang mit knapp 20 Teilnehmern an der Kantonalen Gartenbauschule Oeschberg (Bern) und am Landwirtschaftlichen Institut Grangeneuve (Fribourg). Im Frühjahr 2014 konnte den ersten Absolventen den eidgenössischem Fachausweis «Obergärtner – Golf- und Sportrasenspezialist» in Empfang nehmen. Die Absolventen erhielten je nach besuchten Modulen das Verbandszertifikat «Head Greenkeeper» oder «Greenkeeper».
2014 konnte Franziska Iten (Golfclub Entfelden) als erste Frau aus der Schweiz an der DEULA Rheinland die Urkunde als Geprüfte Head Greenkeeperin entgegennehmen.
Der Versuch, im Rahmen der Obergärtner-Weiterbildung von JardinSuisse eine Ausbildung zum Golf- und Sportrasenspezialist zu etablieren, wurde mit der Anpassung an die neue Bildungsverordnung des Bundes 2015 abrupt unterbrochen. Ab August 2017 wurden an verschiedenen Schweizer Institutionen Module und Kurse zur Berufsprüfung, Obergärtner/-in mit eidg. Fachausweis angeboten. Bestandteil dieser Weiterbildung sind die zwei Wahlmodule Golfrasen und Sportrasen.
Eine Ausbildungskommission (bestehend aus Erich Affentranger, Martin Sax, Erich Steiner, Martin Rinderknecht, Markus Weibel, Niklaus Schwarz) erarbeitete in den Jahren 2017/18 neue, immer noch existierende Ausbildungen für Greenkeeper und Head Greenkeeper. Gleichzeitig wurde das «Kompetenzzentrum Greenkeeping» gegründet.
Seit 2018 bietet das Kompetenzzentrum Greenkeeping Schweiz im Bildungszentrum Gärtner JardinSuisse Zürich (BZG) in Pfäffikon ZH und an der Landwirtschaftsschule von Grangeneuve FR die beiden Module Golf- und Sportrasen an. Sie sind staatlich anerkannt und staatlich mitfinanziert. Teilnehmende können den Lehrgang entweder gesamthaft bis zum Abschluss Greenkeeper Golfrasen bzw. Sportrasenspezialist besuchen, oder aber im ersten Schritt den Titel Greenkeeper Assistant erreichen. Die Ausbildung wird von zahlreichen Verbänden und Gruppierung getragen (SGA, VSSG, Swiss Football, PGA, ASGI etc) und erfreut sich daher hoher Anerkennung. Der jüngste Lehrgang ist im Sommer 2025 mit 14 Teilnehmenden gestartet.
Den Abschluss als Head Greenkeeper kann man seit 2022 (endlich) auch in der Schweiz erreichen: Mit innovativer Unterrichtsformen im BZG Pfäffikon werden die Teilnehmenden individuell und von hochkarätigen Dozenten begleitet. Der Lehrgang kann berufsbegleitend absolviert werden und dauert rund ein Jahr.
Don Harradine (1911-1996)

Donald Leslie Harradine wurde 1911 in Enfield (London, GB) geboren und wuchs bei seiner Mutter und seinem Stiefvater Albert Hockey auf, der im Kaufhaus Harrods eine der wohl ersten Indoor-Golfschulen betrieben und «Golfstöcke» hergestellt hatte. Bis zu seinem 18. Lebensjahr trug «Don» den Familiennamen seines Stiefvaters. Er interessierte sich bereits in jungen Jahren für Golfarchitektur und setzte sich intensiv mit Golfliteratur auseinander. Don Harradine war Scratch-Golfer.
Weil er in England keine Anstellung im Umfeld des Golfspiels finden konnte, zog Hockey in den Zwanzigerjahren mitsamt Familie auf den Kontinent. Zuvor hatte er in Bad Ragaz den Auftrag erhalten, die bestehenden 4 Löcher zu einem echten 9-Loch-Platz auszubauen. Dort befasste sich der damals 14-jährige Donald Harradine als Adlatus seines Stiefvaters erstmals unmittelbar mit der Golfplatzarchitektur. Noch während der Bauphase des Ragazer Parcours kehrte Hockey nach London zurück, Harradine blieb alleine in der Schweiz und gründete 1929 gründete sein Unternehmen Harradine Golf.

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs zog Harradine nach Bern, wo er für die britische Botschaft tätig war und seine Sprachkenntnisse einsetzen konnte. Zusätzlich war er auch Greenkeeper, Pro und Caddiemaster im Golfclub Bern, dessen Platz damals am Gurten gelegen war. Harradine war ein guter Skifahrer, am Skilift lernte er die Bernerin Babette Schletti kennen. Die beiden heirateten, gründeten eine Familie und spannten auch beruflich zusammen. Babette Harradine wurde «Managerin» ihres Mannes, der nur durch ihr Engagement seine Planungsaufträge im In- und Ausland betreuen konnte. Bis 1948 lebte die junge Familie in Bern, dann erreichte Donald Harradine ein Angebot aus Lugano und die Familie übersiedelte nach Caslano. Bis heute ist der Ort im Tessin die «home base» von Harradine Golf. Heute führen Sohn Peter Harradine (*1945) und Enkel Michael Harradine (*1983) das Unternehmen weiter.
Obwohl er fliessend Schweizerdeutsch sprach, hat Donald Harradine die Schweizer Staatsbürgerschaft nie beantragt. «Er wollte kein ‘Papierli Schweizer’ werden, sondern ist stolz Engländer geblieben bis zu seinem Tod am 26. September 1996 in Caslano. Mein Vater war der einzige ‘Fremde’ in unserer Familie», erzählt sein Sohn Peter Harradine heute lachend.
Don Harradine zeichnete und baute weltweit 107 Golfplätze, 17 davon in der Schweiz. Dazu kommen sechs Anlagen in der Schweiz, die lediglich geplant und nie realisiert wurden – «in diese Kategorie gehört auch das Projekt in Balzers, Fürstentum Liechtenstein», sagte Donald Harradine 1994 in einem Interview mit Verleger Frank P. van Eck.
