Die Finanzen von ASG/Swiss Golf
Jean-Marc WallachCes contenus sont encore en cours d'élaboration et suivront prochainement.
Die Swiss Golf Card, wie wir sie heute kennen, zählt seit Jahrzehnten – bis heute – zu den wichtigsten Einnahmequellen des Verbands. Bei der Gründung existierte sie noch nicht. In den Statuten von 1902 findet sich in Artikel 20 folgende Passage:
«The expenses of the Association will be met from the following sources:
a) Contributions of the affiliated Clubs
b) Funds accruing from entrance fees
c) Monies collected on account of Championships.»
Die ASG-Karte wird erstmals in der Festschrift von Franz Rittmann erwähnt. 1945 kostete sie 5 Franken. Die Clubs zahlten je nach Mitgliederzahl zwischen 50 und 100 Franken an die ASG. Damals zählte die Schweiz 560 Golfspielerinnen und Golfspieler, die über ihre Clubmitgliedschaft automatisch der ASG angehörten. Das Jahresbudget lag in den Nachkriegsjahren somit zwischen 10’000 und 15’000 Franken.
Inflationsbereinigt würde die damalige ASG-Karte im Jahr 2025 rund 26 Franken kosten.
Zum Vergleich die Jahresbeiträge 2025:
- Swiss Golf Card: CHF 80.-
- Clubs: CHF 300.-
- Public Golf Organisation: CHF 50’000.-
Bis heute stellen der Verkauf der Swiss Golf Card sowie die Beiträge der Clubs und der Public Golf Organisationen die zentrale Einnahmebasis dar. Im Geschäftsjahr 2024 machten sie 83 Prozent der Einnahmen aus.
Da die Ausgaben über die Jahre anstiegen, mussten auch die Kartenpreise regelmässig angepasst werden. So wurde 1969 für die Durchführung der internationalen Juniorenmeisterschaften eine Preiserhöhung um 3 Franken notwendig, um das Budget auszugleichen. Der genaue frühere Kartenpreis lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Preisanpassungen dieser Art wiederholten sich in den folgenden Jahrzehnten immer wieder.
Die ursprüngliche ASG-Karte bestand aus Karton. Da einige Clubs die Namen ihrer Mitglieder nicht bekanntgeben wollten, liess die ASG die Karten entpersonalisiert an die Clubs senden. Es lag den Clubs frei, ob sie die Karten ihren Mitgliedern weitergeben wollten. Erst mit der Einführung der Plastikkarte im Jahr 2007 wurden die Clubs und Public Golf Organisationen (PGOs) verpflichtet, die Mitgliedernamen an die ASG zu übermitteln, damit sie auf die Karten aufgedruckt werden konnten.
Bis etwa 1954 wurde vermutlich eine reine Ein- und Ausgabenrechnung geführt. Mit der Wahl von Charles L. Falck zum Honorary Treasurer begann eine professionellere Buchführung.
Mit der am 7. Oktober 2019 unterzeichneten Leistungsvereinbarung mit Swiss Olympic wurde festgelegt, dass die Rechnungslegung nach Swiss GAAP FER 21 zu erfolgen hat. Die Jahresrechnung 2019 war somit die erste, die nach diesen modernen Standards erstellt wurde.
Gleichzeitig wurde die bisher ehrenamtliche Revisionsstelle (meist Vertreter einzelner Clubs) durch eine professionelle Revisionsgesellschaft ersetzt.
Wirtschaftliche Krisen machen auch vor Sportverbänden nicht Halt. So konnte der Golf Club Montreux ab 1933 seine Beiträge nicht mehr an die ASG überweisen und beschloss 1935 einen temporären Austritt. Ähnliche Schwierigkeiten betrafen weitere Clubs und wirkten sich auf die ASG-Finanzen aus. An der Generalversammlung 1938 konnte der Kassier jedoch erfreut mitteilen, dass alle offenen Beträge beglichen wurden. Welche konkreten Folgen die Krise für den Betrieb hatte, ist nicht dokumentiert.
Ende 1968 geriet der Golfclub Kulm St. Moritz in Schwierigkeiten. Ohne Mitglieder und ohne Platz genehmigte der ASG-Vorstand den ausserterminlichen Austritt. Ob finanzielle Unterstützung beantragt wurde oder Forderungen abgeschrieben werden mussten, ist nicht mehr rekonstruierbar.
Mit der wachsenden Zahl registrierter Golferinnen und Golfer in der Schweiz stiegen auch die Einnahmen und die Liquidität des Verbandes. Für das Geschäftsjahr 1995 wurde erstmals berichtet, dass die Liquidität so stark angestiegen sei, dass für die ersten fünf Monate kein Überbrückungskredit der Credit Suisse (Hausbank) mehr benötigt wurde.
An der von der ASG organisierten Präsidentenkonferenz vom 20. April 1963 wurde festgestellt, dass die Anstellungsbedingungen der Pros in den Clubs stark variierten. Eine Kommission wurde eingesetzt, um abzuklären, inwieweit die Pros gegen Krankheit, Unfall und Haftpflicht versichert waren. Es wurden Empfehlungen für Verbesserungen ausgearbeitet. Welche konkreten Ergebnisse diese Kommission erzielte, ist nicht bekannt.
Die Delegiertenversammlung 2020 war ursprünglich für den 14. März angesetzt. Nur zwei Tage vorher rief der Bundesrat den landesweiten Shutdown aus. Die Versammlung musste abgesagt und stattdessen schriftlich durchgeführt werden.
Da die wirtschaftliche Lage unsicher war und mit tieferen Einnahmen gerechnet werden musste, präsentierten Präsident Reto Bieler und Treasurer Jean-Marc Wallach mit der Einladung zur schriftlichen Abstimmung ein überarbeitetes Budget. Dieses sah bei Einnahmen von 7’391’000 Franken einen Jahresüberschuss von lediglich 10’150 Franken vor. Besonders vorsichtig wurde der Verkauf der Swiss Golf Card eingeschätzt. Statt der ursprünglich budgetierten 7’111’000 Franken ging man nur noch von 6’715’500 Franken aus.
Tatsächlich aber wurden Karten im Wert von 6’799’000 Franken an die Mitglieder der Clubs versandt. Zudem erhielt Swiss Golf im Rahmen der Stabilisierungsmassnahmen des Bundes 2’497’000 Franken und nicht wie budgetiert 673’000 Franken. Ein grosser Teil dieser Beiträge musste direkt in den Sport zurückfliessen. Dennoch resultierte ein erfreuliches Jahresergebnis von CHF 623’573 Franken.


Eine Ausnahme bilden Engadine Golf Club – Golfanlage Samedan mit den beiden Anlagen in Samedan und Zuoz. Die Aktiengesellschaft informiert jedes Jahr detailliert über ihre Geschäfte. Hier eine stark vereinfachte Betriebsrechnung mit den wichtigsten Zahlen des Jahres 2023 bezüglich Einnahmen und Ausgaben.